Stellvertretende Institutsleitung

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Anna Frerck
Institut für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie

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Der nationale Holzmarkt im globalen Kontext

Projekt

 (c) Markus Dög

Laufende Erfassung, Auswertung und Aufbereitung von Holzmarktdaten für Anfragen aus dem BMEL

Die Betriebe der deutschen Forst- und Holzwirtschaft sind in die globalen Holzmärkte eingebunden. Das hat Vor- und Nachteile: Einerseits können sie ihre Produkte in anderen Ländern absetzen, andererseits erhöht sich auch im Inland die Konkurrenz. Für eine erfolgreiche Forst- und Holzwirtschaftspolitik ist es daher unverzichtbar zu wissen, wie sich die internationalen Holzmärkte entwickeln und welche Folgen dies für die inländischen Betriebe hat.

Hintergrund und Zielsetzung

Im Kontext weltweiter Verluste an Waldflächen und Initiativen, die eine nachhaltige und legale Waldbewirtschaftung fördern, sind vor allem die deutschen Einfuhren aus tropischen Ländern bzw. an Tropenholz von Interesse. Deshalb gehört es zu den Daueraufgaben des Thünen-Instituts für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie (WF), wichtige Kennzahlen zu den globalen Holzmärkten zu erfassen und auszuwerten. In Verbindung mit Analysen zur Struktur des Welthandels bieten sie politischen Entscheidungsträgern eine wichtige Informationsgrundlage.

Vorgehensweise

Statistische Informationen zu Produktion und Handel von Holzprodukten bilden die Grundlage für unsere Analysen. Je nach Fragestellung wenden wir entsprechende Methoden zur empirischen Analyse an.

Vorläufige Ergebnisse

Der Außenhandel mit Holz und Produkten auf der Basis von Holz ist in Deutschland seit dem Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950 kontinuierlich angestiegen. 2007 erreichten die Importe mit 131,6 m³(r) (r = Rohholzäquivalent) bzw. 26,9 Mrd. Euro vorläufige und die Exporte mit 147,9 m³(r) bzw. 38,3 Mrd. Euro noch wie vor gültige Spitzenwerte. In Folge der Wirtschaftskrise waren sie in den Jahren 2008 und 2009 wieder rückläufig und haben sich seit 2010 erholt. Die Einfuhren haben im Jahr 2014 das Niveau von 2007 erstmals wieder erreicht und liegen 2015 und 2016 (vorläufige Angaben) über diesen Werten. Die Ausfuhren sich derzeit auf etwas geringerem Niveau, wenngleich in den letzten Jahren wieder ein Anstieg auf 126 Mio. m³(r) bzw. 35 Mrd. Euro verzeichnet werden konnte.

Aus der langen Zeitreihe wird ersichtlich, dass die Einfuhrüberschüsse seit Mitte der 1970er-Jahre bis Anfang der 2000er-Jahre abnehmen. Ein positiver deutscher Außenhandelssaldo an Holz und Produkten auf Holzbasis wurde nach Wert erstmals im Jahr 2002 und nach Menge im Jahr 2004 erreicht. Seither konnten nach Werten Exportüberschüsse realisiert werden, während nach Menge seit 2011 wieder Importüberschüsse zu verzeichnen sind.

Die Entwicklung des Exportüberschusses nach Werten spiegelt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der holzbasierten Wertschöpfung in Deutschland, aber auch ihre Abhängigkeit vom Weltmarkt. Speziell Halb- und Fertigwaren kennzeichnen den deutschen Außenhandel mit Holz und Produkten auf Holzbasis strukturell; insbesondere der Anteil der Zellstoff- und Papierwaren ist hoch. Rohholz kommt hingegen ein untergeordneter Stellenwert zu.

Die Einfuhren von Holz und Produkten auf Holzbasis aus tropischen Ländern nach Deutschland lassen sich seit 1960 grob in drei Phasen unterteilen: In der ersten Phase waren die deutschen Einfuhren von Rohholz dominiert. Etwa seit Mitte der 1970er-Jahre lösten rasant steigende Einfuhren von Halbwaren, insbesondere Schnittholz, die stark rückläufigen Rohholzeinfuhren ab. Nach Einfuhrspitzen Anfang bis Mitte der 1980er-Jahre werden inzwischen immer weniger Halbwaren eingeführt. Seit 1990 ist der größte Teil aller Einfuhren aus tropischen Ländern bzw. an Tropenholz Fertigware. Diese Entwicklung ist zugleich ein Indiz dafür, dass sich zahlreiche tropische Länder wirtschaftlich positiv entwickeln.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

Daueraufgabe 1.2001

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft