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Forst- und Holzwirtschaft im Wettbewerb

Projekt

 (c) Holger Weimar

Analyse der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Forst- und Holzwirtschaft

Die Forst- und Holzwirtschaft Deutschlands ist weltweit einer der größten Exporteure von Holz- und Papierprodukten. Kann sie ihre Marktposition auch in Zukunft halten?

Hintergrund und Zielsetzung

Die Forst- und Holzwirtschaft ist ein wichtiger Teil der nationalen Wirtschaft. Wir analysieren regelmäßig die internationalen Entwicklungen, um zu ergründen, ob sich die Position Deutschlands verändert hat. Die Analysen helfen dabei, um die Politik in wirtschaftspolitischen Fragen in diesem Feld zu beraten.

Vorgehensweise

Die ökonomische Außenhandelslehre hält verschiedene Verfahren bereit, um die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft zu ermitteln. Sie lassen sich im Wesentlichen in zwei Gruppen teilen: Verfahren mit ergebnisorientierten Indikatoren und Verfahren mit determinanten-orientierten Indikatoren. Erstere analysieren die Wettbewerbsfähigkeit anhand realisierter Daten der Vergangenheit (Ex-post-Betrachtung). Letztere leiten die Wettbewerbsfähigkeit anhand von ausgewählten Determinanten her (Ex-ante-Betrachtung). Je nach Fragestellung verwenden wir Strukturdaten und Handelsdaten.

Vorläufige Ergebnisse

Die Entwicklung der Marktanteile auf dem Holzmarkt zeigt verstärkte Importe in die heimischen Märkte und gleichzeitig eine hohe Exportorientierung der heimischen Produktion. In der Erzeugung von Papier äußert sich die zunehmende internationale Verflechtung und Spezialisierung in besonders typischer Weise: Etwa 60 % der Produkte, die auf dem inländischen Markt verfügbar sind, stammen aus Importen. Gleichzeitig finden in ähnlicher Größenordnung Waren aus heimischer Produktion auf Märkten im Ausland Absatz.

Mithilfe der Constant-Market-Share-Analyse (CMS) haben wir von 1993 bis 2003 vergleichende Untersuchungen der internationalen und europäischen Forst-, Holz-, und Papierwirtschaft angestellt. Die Untersuchungen basieren auf monetären bilateralen Außenhandelsdaten. Die ausgewählten Warengruppen gliedern sich in die Sektoren Holz- und Papierwirtschaft sowie in die Verarbeitungsstufen Rohholz, Halb- und Fertigwaren. Die CMS-Analyse beinhaltet das Gesamtaggregat der Forst-, Holz- und Papierwirtschaft sowie das Teilaggregat des Holzgewerbes. Auf beiden Aggregationsebenen zeigt sich ein ähnliches Ergebnis. In den meisten traditionellen Industrieländern sind die Wachstumsraten niedrig, und sie haben, gemessen an konstanten Marktanteilen, eine geringe internationale Wettbewerbsfähigkeit. Schwellenländer und die meisten osteuropäischen Länder haben tendenziell höhere Wachstumsraten und, gemessen an konstanten Marktanteilen, eine hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit.

In einer Analyse von 2000 bis 2005 sind besonders Schweden und Deutschland Ausnahmen unter den industrialisierten Ländern: Das jährliche Wachstum beträgt hier jeweils rund 10 %. Für Schweden erklärt sich dieser Wert zum einen mit einem außerordentlichen Anstieg der Exporte von Nadelschnittholz - ausgelöst von einem extremen Windwurfereignis Anfang 2005 -, zum anderen aus dem außergewöhnlich niedrigen Ausgangsniveau der gemeldeten Exporte im Startjahr der Analyse 2000. In Bezug auf die vergleichsweise hohe Leistungskraft der deutschen Forst-, Holz- und Papierwirtschaft im Wettbewerb konnten wir zeigen, dass alle Warengruppen dazu beitragen. Sie blieb auch bei Betrachtung eines längeren Zeitraums stabil. Ursachen können allerdings nicht aus der CMS-Analyse abgeleitet werden.

Im Rahmen der zweiten European Forest Sector Outlook Study (EFSOS II) unter Federführung der UNECE/FAO Forestry and Timber Section waren wir für die Analyse der historischen und zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Forst- und Holzwirtschaft mithilfe von CMS verantwortlich. Die Ergebnisse für das Referenz-Szenario zeigen, dass der Weltmarkt in der Periode von 2010 bis 2030 weiter wachsen wird, wovon auch die Länder der EFSOS-Region profitieren werden. Allerdings ist die Entwicklung des Weltmarktes der einzige Treiber für das zukünftige Exportwachstum. Das bedeutet, die Länder der EFSOS-Region werden sich schlechter entwickeln als der weltweite Durchschnitt, besonders durch geringe Präsenz in Wachstumsregionen und bei Wachstumsgütern. Der ausführliche Bericht dazu ist hier zu finden.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

Daueraufgabe 1.2001

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft