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Aquakultur im Spiegel der Medien

Projekt

 (c) aid infodienst / P.Meyer

Aquakultur - Eine Medienanalyse

Mehr und mehr Speisefisch stammt weltweit aus Aquakultur. Wie die Bevölkerung sie wahrnimmt, wird von den Medien beeinflusst. Welche Aspekte der Aquakultur vermitteln Medien und wie werden sie bewertet?

Hintergrund und Zielsetzung

Die Fischproduktion in Aquakulturen ist seit den 1970er-Jahren rasant angestiegen. Heute stammen ca. 42 % der Speisefische aus Aquakultur; als Quelle tierischen Proteins versorgt sie immer mehr Menschen. Gleichzeitig jedoch kritisieren viele die Aquakultur wegen ihrer teilweise hohen Nutzungsintensität und möglicher Risiken für Umwelt, Tiere und Menschen. Für die Aquakulturwirtschaft ist es wichtig, sich dieser Kritik zu stellen und in einen Dialog mit der Öffentlichkeit zu treten – als Vermittler von Informationen sind Medien hier von Bedeutung.

Unser Projekt "Aquamedia" untersuchte, wie deutsche Medien die Aquakultur darstellen. Daraus konnten wir erste Schlussfolgerungen ziehen, inwiefern Medien die öffentliche Meinung zur Aquakultur beeinflussen. Wir untersuchten, auf welche Akteure die mediale Berichterstattung bezugnimmt. Wir arbeiteten vorherrschende Eigenschaften und Aspekte heraus. Außerdem untersuchten wir, wie die ökologische Aquakultur und geschlossene Kreislaufsysteme dargestellt wurden. Die Ergebnisse geben den Akteuren einen tieferen Einblick darüber, wie die Aquakultur in öffentlichen Medien präsentiert wird. Zusätzlich wurden Ideen entwickelt, wie der Aquakultursektor über die Medien mit Verbrauchern kommunizieren könnte.

Vorgehensweise

Wir haben alle Artikel der Druck- und Onlineausgaben der meistgelesensten Zeitungen (Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung und BILD) Deutschlands im Zeitraum zwischen 2008 und 2013 gesammelt. Die Artikel wurden inhaltsanalytisch unter Verwendung des Agenda-setting Ansatzes ausgewertet. Der Agenda-setting Ansatz unterscheidet zwischen Agenda-setting ersten und zweiten Grades. Agenda-setting ersten Grades befasst sich mit der Häufigkeit des Auftretens eines Themas, wie beispielsweise Aquakultur, in der medialen Berichterstattung. Im Kontrast dazu, fokussiert das Agenda-setting zweiten Grades auf den Ton in dem ein Thema dargestellt wird. Der Ton wiederum ergibt sich aus der Auswahl und Beschreibung von Eigenschaften und Aspekten eines Themas. Da die vorliegende Studie untersuchte, wie Aquakultur als Nachrichtenthema dargestellt wird, stützte sie sich hauptsächlich auf das Agenda-setting zweiten Grades. Zusätzlich analysierte "Aquamedia" den Einfluss verschiedener Interessenvertreter auf Medien. Der Grad der Einflussnahme wurde annäherungsweise über die Verweishäufigkeit und die Rollen, die den Interessenvertretern zugeschrieben wurden, ermittelt.

Ergebnisse

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die analysierten Medien Aquakultur überwiegend in einem positiven bis neutralen Ton darstellten. Die ökonomischen Vorteile der Aquakultur dominierten die Berichterstattung, während potenzielle negative Aspekte der Aquakultur weniger stark betont wurden. Sowohl ökologische Aquakulturen als auch geschlossene Kreislaufanlagen wurden als umweltfreundlich beschrieben. Der deutsche Aquakultursektor wurde als nachhaltig und gut gemanagt dargestellt.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

1.2014 - 12.2014

Publikationen zu dem Projekt

Anzahl der Datensätze: 3

  1. Feucht Y, Zander K (2017) Aquaculture in the German print media. Aquaculture Int 25(1):177-195, DOI:10.1007/s10499-016-0021-1
  2. Feucht Y, Zander K (2017) Aquaculture in the German print media. Aquaculture Europe 42(1):31-35
  3. Feucht Y, Zander K (2016) Aquakultur in den deutschen Medien : Zeitungen zeichnen ein überwiegend positives Bild der Aquakultur. Fischmag(6-7):90-95