Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Birgit Prietzsch
Institut für Marktanalyse

 

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Label und ihr Einfluss auf eine nachhaltige Ernährung

Projekt

 (c) Zusammenstellung von Thünen-Institut / Yvonne Feucht

SUSDIET Analyse des Konsumentenverhaltens zur Förderung einer nachhaltigeren Lebensmittelwahl

Wie kann die Politik ein nachhaltiges Ernährungsverhalten fördern? Wie reagieren Verbraucher auf Nachhaltigkeitslabel? Und wie lassen sich Diskrepanzen zwischen Einstellungen von Verbrauchern und ihrem Verhalten erklären?

Hintergrund und Zielsetzung

Das Projekt dokumentiert umfangreich das Ernährungsverhalten der Bürger in Europa. So werden nachhaltige Ernährungsformen, z.B. den Ersatz von Fleisch durch vegetarische Produkte, identifiziert und Gründe für und gegen nachhaltige Ernährung aus der Perspektive der Verbraucher herausgearbeitet.

Am Beispiel von produktbezogenen CO2-Labeln beteiligt sich das Thünen-Institut für Marktanalyse an der Entwicklung erfolgsversprechender Möglichkeiten, nachhaltige Ernährungsweisen zu kommunizieren. Wir gehen der Diskrepanz zwischen geäußertem und tatsächlichem Konsumverhalten nach: Warum handeln Menschen anders als sie es sagen? Was motiviert Verbraucher nachhaltigere Lebensmittel zu kaufen?

Vorgehensweise

Wir beginnen unsere Untersuchungen mit einer umfangreichen Literaturrecherche zu den Einstellungen und dem Verhalten von Verbrauchern in Bezug auf nachhaltige Lebensmittel (Schwerpunkt CO2-Fußabdruck). International vorhandene Kennzeichnungen des CO2-Fußabdrucks prüfen wir auf ihre Ausgestaltung und ihren Erfolg am Markt und identifizieren Erfolgsfaktoren bzw. Hemmnisse. Diese Erhebungen bilden die Grundlage für unsere Online-Befragung in sechs europäischen Ländern (DE, ES, FR, IT, NO, UK). Mit Hilfe von Kaufexperimenten ermitteln wir die Präferenzen der Verbraucher für verschiedene Formen der CO2-Kennzeichnung, auch im Vergleich mit anderen Nachhaltigkeitskennzeichnungen. Verbrauchereinstellungen, insbesondere bezüglich der Rolle von Unsicherheit (Risikowahrnehmung) sowie ihr Einfluss auf das Wahlverhalten, erfassen wir in einem begleitenden Fragebogen. Darauf aufbauend führen wir vertiefende Interviews mit Konsumenten in Deutschland, Frankreich und Großbritannien durch, um die Hintergründe für das in den Experimenten und in der Realität beobachtete Verbraucherverhalten tiefer gehend zu analysieren.

Daten und Methoden

1. Online-Befragungen in 6 Ländern mit

  • Kaufexperimenten und
  • standardisiertem Fragebogen

2. Qualitative Interviews

Ergebnisse

Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse aus allen Untersuchungsschritten:

Interesse an CO2-Kennzeichnungen:

  • CO2-Kennzeichnungen werden prinzipiell für gut befunden. Aber die Klimafreundlichkeit von Erzeugnissen ist bisher häufig ein positiver Nebeneffekt und nicht der Schwerpunkte bei der Lebensmittelauswahl. Die  Eigenschaften 'regional' sowie 'umweltfreundlich' produziert sind zumeist in der Kaufentscheidung wichtiger. Außerdem fühlen sich viele von den bisher bereits verfügbaren Informationen am Point of Sale, überfordert. Deshalb wird in Frage gestellt, ob eine weitere Kennzeichnung in Form eines Carbon Footprint beim Kauf tatsächlich berücksichtigt werden würde. Sollte die Einführung einer CO2-Kennzeichnung erwogen werden, wünschen sich Verbraucher die Einführung einer einzigen einheitlichen Kennzeichnung um den Aufwand für sie zu begrenzen und potenzieller Verwirrung vorzubeugen.

Motive für klimafreundliches Handeln:

  • Das am häufigsten genannte Motiv für den Kauf klimafreundlicher Produkte ist die Verantwortung für zukünftige Generationen. Außerdem geben viele Verbraucher an, dass sie sich verpflichtet fühlen sich gegen den Klimawandel zu engagieren.

Aktivitäten gegen den Klimawandel:

  • Die meisten Verbraucher sind am ehesten bereit mit dem Kauf von saisonalen Obst und Gemüse selber zur Abmilderung des Klimawandels beizutragen. Darüber hinaus können sich auch viele vorstellen weniger Auto zu fahren und weniger zu Fliegen. Hingegen ist die Bereitschaft den Konsum von Fleisch- und Milchprodukten zu senken gering.

Verantwortung für die Bekämpfung des Klimawandels:

  • Verantwortung für die Bekämpfung des Klimawandels wird insbesondere Regierungen und der Wirtschaft zugesprochen. Gleichzeitig erkennen Verbraucher aber an, dass jeder als Bürger auch verantwortlich ist dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Mehr Ergebnisse der Kaufexperimente im Detail:

Ergebnisse aus den Kaufexperimenten und der Befragung (PDF 1276 KB)

Die Ergebnisse des Thünen-Projekts fließen in das transnationale Gesamtprojekt „SUSDIET Analyse des Konsumentenverhaltens zur Förderung einer nachhaltigeren Lebensmittelwahl“ ein. Indem wir die verschiedenen Aufgaben und Fragestellungen zusammenfügen, die Verbrauchereinstellungen und -verhalten untersuchen, können wir Verbraucherpräferenzen länderübergreifend in Europa abbilden.

 

Links und Downloads

www6.inra.fr/sustainablediets

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

4.2014 - 9.2017

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 2814ERA03B
Förderprogramm: EU – ERA-NET SUSFOOD
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zu dem Projekt

Anzahl der Datensätze: 2

  1. Feucht Y, Zander K (2017) Consumers’ attitudes on carbon footprint labelling - Results of the SUSDIET project. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 52 p, Thünen Working Paper 78, DOI:10.3220/WP1507534833000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 832 KB
  2. Feucht Y, Zander K (2016) Climate change, carbon foodprint and labelling - consumer responses. SUSFOOD Newsl(4):3-4