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Klimawandel an der deutschen Ostseeküste - wie passt sich die Landwirtschaft an?

Projekt

Rügen in der Ostsee  (c) Thünen-Institut/Claudia Heidecke
Rügen in der Ostsee (© Thünen-Institut/Claudia Heidecke)

Regionale Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküste

Die Landwirtschaft ist als größter Flächennutzer in der Ostseeregion direkt dem Klimawandel ausgesetzt. Gleichzeitig beeinflusst die landwirtschaftliche Produktion die Natur und Umwelt vor allem durch Nährstoffeinträge in Gewässer. Wir untersuchen Perspektiven und Anpassungsstrategien der Landwirtschaft an den Klimawandel in der Ostseeregion sowie Maßnahmen, die Nährstoffeinträge in die Gewässer und die Ostsee verringern.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Rahmenbedingungen der Landwirtschaft ändern sich – auch weil sie sich dem Klimawandel anpassen muss. Das wird sich auf die vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche und auch auf die Tourismusbranche auswirken. Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft beispielsweise sind bereits jetzt ein Problem, das sich zukünftig noch verschärfen könnte. Ziel des Teilprojektes am Thünen-Institut für Ländliche Räume ist zu analysieren, wie regionale Klimaänderungen sich bis zum Jahr 2020/25 auf die Landwirtschaft in der Ostseeregion auswirken. Wir wollen geeignete Handlungsstrategien dafür ableiten und bewerten, wie negative Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft abzuwenden sind. Wir wollen im Dialog mit regionalen Akteuren Maßnahmen entwickeln und analysieren, die landwirtschaftliche Nährstoffeinträge in die Ostsee vermindern.

Zielgruppe

Regionale Akteure und politische Entscheidungsträger

Vorgehensweise

Hauptziele des Verbundprojektes sind, regionale Netzwerke zu knüpfen sowie innerhalb dieser Dialoge anzuregen. Im Verbundprojekt werden sowohl natur- und ingenieurwissenschaftliche als auch sozio-ökonomische Forschungsprojekte, gegliedert in sechs Fokusthemen, durchgeführt. Sie bilden wesentliche vom Klimawandel betroffene Wirtschaftsbereiche und Handlungsfelder in der Region ab. In Anwendungsprojekten entwickeln wir exemplarisch Modelle für regional umsetzbare Lösungsansätze. Die Projektteilnehmer des Thünen-Institut für Ländliche Räume analysieren die landwirtschaftliche Produktion und Nährstoffeinträge im Ostseeraum. Wir gehen dabei von fundierten, regionalspezifischen Zustandsanalysen bis hin zum erwartbaren Fortgang der landwirtschaftlichen Produktion sowie den damit einhergehenden ökologischen und sozio-ökonomischen Effekten aus. Mit dieser Grundlage können Szenarien zuverlässig berechnet sowie Ursache-Wirkungs-Analysen durchgeführt werden. Indem wir Handlungsoptionen für Entscheidungsträger aufzeigen, wollen wir sie dabei unterstützen, Strategien zu planen und Entscheidungen zu treffen. Die Projektergebnisse werden im Rahmen des Projektes vorrangig auf regionaler Ebene eingebunden und kommuniziert. Wir wollen damit den Austausch und die Diskussion auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene anregen und fördern.

Daten und Methoden

Die Analysen basieren auf den verfügbaren Agrarstatistiken sowie den Klimaprognosen unterschiedlicher Klimamodelle. Mit Hilfe des regionalisierten Agrar- und Umweltinformationssystems für Deutschland (RAUMIS {LINK: RAUMIS im Modellverbund) werden neben einer ex-post-Analyse auch Szenarien zu alternativen Anpassungsreaktionen modelliert.

Ergebnisse

Die Projektarbeiten haben gezeigt, dass sich die Auswirkungen von politischen und ökonomischen Veränderungen deutlich stärker auf die Landwirtschaft bis 2020 / 2025 auswirken, als die abgeschätzten Auswirkungen des Klimawandels im Ostseeraum. Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft werden zwar weiterhin verringert, dies ist jedoch regional stark unterschiedlich je nach landwirtschaftlicher Produktion. Weitere Projektergebnisse befinden sich auf der RADOST website (klimzug-radost.de),  in den RADOST Jahresberichten (http://klimzug-radost.de/publikationen/berichtsreihe) sowie in den Veröffentlichungen.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

7.2009 - 12.2014

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zum Projekt

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  1. Wagner A, Heidecke C (2014) Modul 1: Netzwerkbildung und Dialog zur Entwicklung von Anpassungsstrategien : Fokusthema 3: Gewässermanagement und Landwirtschaft. RADOST Berichtsr 27:64-65
  2. Wagner A, Heidecke C (2014) Modul 3: Sozio-ökonomische Analyse : Die Entwicklung der Landwirtschaft im Klimawandel (Agrarsektormodellierung). RADOST Berichtsr 27:136-138
  3. Blobel D, Dreier N, Enderwitz S, Filies C, Fröhle P, Haller I, Heidecke C, Hirschfeld J, Mahnkopf J, Schernewski G, Schlamkow C, Scholz R, Schröder A, Wagner A (2014) RADOST - Regionale Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküste. In: Biebeler H, Bardt H, Chrischilles E, Mahammadzadeh M, Striebeck J (eds) Wege zur Anpassung an den Klimawandel : Regionale Netzwerke, Strategien und Maßnahmen. Köln: Institut der deutschen Wirtschaft Köln Medien GmbH, pp 147-168
  4. Hirt U, Mahnkopf J, Gadegast M, Czudowski L, Mischke U, Heidecke C, Schernewski G, Venohr M (2013) Reference conditions for rivers of the German Baltic Sea catchment: reconstructing nutrient regimes using the model MONERIS. Reg Environ Change 13(5), doi:10.1007/s10113-013-0559-7
  5. Hirt U, Mahnkopf J, Venohr M, Kreins P, Heidecke C, Schernewski G (2012) How can German river basins contribute to reach the nutrient emission targets of the Baltic Sea Action Plan? In: Sorial GA, Hong J (eds) Environmental science and technology : proceedings from the Fifth International Conference on Environmental Science and Technology, held on June 25-29, 2012 in Houston, Texas, USA. Houston: American Science Press, pp 421-427

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