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Nachwachsende Rohstoffe und Landnutzung (NaRoLa)

Projekt

Biogasanlage (c) aid infodienst, Bonn
Biogasanlage (© aid infodienst, Bonn)

Nachwachsende Rohstoffe und Landnutzung - Integration der Bioenergie in ein nachhaltiges Energiekonzept (NaRoLa)

Wie und mit welchen Maßgaben kann Biomasse zu einer nachhaltigen Energieversorgung in Deutschland beitragen? Das NaRoLa-Projekt untersucht diese Frage mit dem Blick auf steigende Ölpreise, eine hohe Importabhängigkeit der Energieversorgung und die zu vermindernden Emissionen von Treibhausgasen.

Hintergrund und Zielsetzung

Biomasse ist ein wichtiger regenerierbarer Energieträger. Ihre Produktion hängt allerdings eng davon ab, wieviel Land verfügbar ist und sie konkurriert nicht nur mit der Nahrungsmittelproduktion, sondern auch mit anderen Formen der Landnutzung, etwa mit Erholungs- und Naturschutzflächen. Wer eine effiziente und nachhaltige Energieversorgung will, muss Zielkonflikte zwischen Wirtschaftlichkeit, Sicherheit der Energieversorgung und Umweltverträglichkeit beachten. Ziel des Forschungsprojektes, das vom BMBF gefördert wird, ist die Entwicklung eines integrierten Modellverbundes, der Wechselwirkungen auf einem globalen Energiemarkt mit den regionalen Potenzialen der Biomasseproduktion in Deutschland analysiert.

Vorgehensweise

In einem ersten Schritt koppeln wir das Regionalisierte Agrar- und UMweltInformationsSystem RAUMIS mit dem allgemeinen Gleichgewichtsmodell Dynamic Applied Regional Trade (DART) und dem Regionalisierten Standortinformationsmodell – Mais (ReSI-M). In einem zweiten Schritt wird eine gemeinsame Baseline erarbeiten, um in einem dritten Schritt die Auswirkungen verschiedener Szenarien im Zusammenhang mit dem Erneuerbare Energien-Gesetz zu analysieren und die Ergebnisse mit Experten zu diskutieren.

Daten und Methoden

Aufgrund der unterschiedlichen Aggregation von Produktionsverfahren bzw. -sektoren in den Modellen entwickeln wir eine Schnittstelle zwischen DART und RAUMIS. Sie umfasst die Produktionsverfahren Weizen, Mais, sonstige Getreidearten, Ölsaaten, Milch, Fleisch und Energie als gemeinsame Aggregate. Die Koppelung von RAUMIS und ReSI-M erfolgt in einem iterativen Prozess. Mit RAUMIS werden für unterschiedliche Preise von Energiemais Produktionsmengen ermittelt und Funktionen für das Angebotspotenzial abgeleitet. Mit Hilfe der aus ReSI-M abgeleiteten Funktionen für das Nachfragepotenzial werden Gleichgewichtspreise errechnet, die nochmals in RAUMIS als exogene Größen eingehen, um Anpassungsreaktionen in der Landwirtschaft zu ermitteln.

Unsere Forschungsfragen

• Welche Konsequenzen hat es für die agrarische Landnutzung und Produktion, den Faktoreinsatz sowie das Einkommen, wenn Bioenergie gefördert wird?
• Wie sind die ökologischen Auswirkungen zu beurteilen?
• Welchen Beitrag leistet die Ausdehnung des Bioenergie-Bereiches für die Entwicklung ländlicher Räume?
• Wie lassen sich die verschiedenen komplexen Wechselwirkungen auf unterschiedlichen Skalen und zwischen den Sektoren modellhaft abbilden?

Ergebnisse

Die Ergebnisse des Projektes haben wir im Rahmen von Workshops mit Experten und Stakeholdern aus Wirtschaft und Verwaltung diskutiert, auf nationalen und internationalen Konferenzen vorgestellt und in verschiedenen nationalen und internationalen Fachzeitschriften publiziert.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

3.2007 - 4.2010

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 2

  1. Gömann H, Kreins P, Münch J, Delzeit R (2011) Auswirkungen der Novellierung des Erneuerbare-Energie-Gesetzes auf die Landwirtschaft in Deutschland. Schr Gesellsch Wirtsch Sozialwiss Landbaues 46:189-201
  2. Gömann H, Kreins P, Breuer T (2008) Einfluss steigender Weltagrarpreise auf die Wettbewerbsfähigkeit des Energiemaisanbaus in Deutschland. Schr Gesellsch Wirtsch Sozialwiss Landbaues 43:517-527