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Themenfelder

Für die Wissenschaft an Bord deutscher Fischkutter: Fangbeprobung auf der Ostsee

Projekt

Kommerzielle Fangbeprobung auf der Ostsee (c) M. Hilger
Kommerzielle Fangbeprobung auf der Ostsee (© M. Hilger)

DCF (Data Collection Framework): Datenerhebung zur Fangzusammensetzung der kommerziellen Fischereien auf Dorsch, Hering, Flunder und Sprotte in der Ostsee.

Die Beprobung der kommerziellen Fischereien der Ostsee ist eine unserer Hauptaufgaben. Dafür fahren unsere wissenschaftlichen Beprober regelmäßig mit Fischern auf See, um die Fänge an Bord zu vermessen. An Land arbeiten wir die unsortierten Fischproben auf, um biologische Parameter zu sammeln.

Hintergrund und Zielsetzung

Für die wichtigsten kommerziell genutzten Fischbestände in der Ostsee (Dorsch, Hering, Sprotte, Plattfische) werden im Rahmen des Deutschen Nationalen Datensammlungsprogramms Fischerei- und Fangdaten ermittelt. Das Programm ist eine Daueraufgabe, die im Wesentlichen durch die Verordnung 1639/2001 der EU gesetzlich geregelt ist (Data Collection Framework, DCF).

Vorgehensweise

Die Populationsmodelle, die für die Bestandsvorhersage genutzt werden, benötigen Eingangsdaten wie zum Beispiel die Anzahl an ein-, zwei-, drei- und mehrjährigen Dorschen in den Anlandungen und in den Rückwürfen. Deshalb müssen wir die reinen Anlandedaten (kg pro Fischart pro Gebiet, Quartal und Fanggerät), die die Fischer in ihre Logbücher eintragen, mit von uns erhobenen biologischen Daten verschneiden. Diese biologischen Daten gewinnen wir im Rahmen der kontinuierlichen Beprobung auf kommerziellen Fischereifahrzeugen auf See. Wir beproben sowohl die aktive Fischerei (Schlepper) als auch die passive Fischerei (Stellnetzkutter, Langleinen, Fischfallen). An Bord der Fischereifahrzeuge bestimmen unsere Seebeprober die Rückwurfraten sowie Längenverteilungen in den Anlandungen und Rückwürfen. Werden von Proben aus der kommerziellen Fischerei einzelne Fische analysiert, erhalten wir Informationen zu wichtigen biologischen Parametern wie Gewicht, Geschlecht, Reifegrad oder Alter.

Vorläufige Ergebnisse

Arbeitsgruppen unter der Schirmherrschaft des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), an denen Experten aus dem Thünen-Institut für Ostseefischerei (OF) teilnehmen, verschneiden unsere nationalen Daten mit den Daten der anderen Anrainerstaaten der Ostsee. Daraus werden dann mit Populationsmodellen die Bestandsvorhersagen berechnet. Die Ergebnisse liegen in Form von Berichten vor, wie zum Beispiel dem Report der Baltic Fisheries Assessment Working Group (WGBFAS).

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

Daueraufgabe 1.2001 - 12.2018

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 3

  1. Krumme U, Gröhsler T (2013) Analysis of the questionaires concerning the issue of species misreporting in the mixed pelagic fisheries in the Baltic Sea (sprat-herring mix). In: Report of the Benchmark Workshop on Baltic Multispecies Assessments (WKBALT): 4-8 February 2013. Copenhagen: ICES, pp 266-276
  2. Krumme U, Wang TC, Wang DR (2013) From food to feed: assessment of the stationary lift net fishery of East Hainan, Northern South China Sea. Continental Shelf Res (UK) 57:105-116, doi:10.1016/j.csr.2012.04.011
  3. Krumme U, Gröhsler T (2013) Sprat (BS)/Central Baltic Herring (CBH): Analysis of the questionnaires concerning the issue of species misreportning in the mixed pelagic fisheries in the Baltic Sea (sprat-herring mix). In: Report of the Benchmark Workshop on Baltic Multispecies Assessments (WKBALT): 4-8 February 2013. Copenhagen: ICES, pp 266-276

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