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Institut für

SF Seefischerei

Projekt

Zukunftsszenarien zur Förderung einer nachhaltigen Nutzung mariner Räume


Federführendes Institut SF Institut für Seefischerei
Beteiligte Institute OF Institut für Ostseefischerei

© CoastalFutures

Zukunftsszenarien zur Förderung einer nachhaltigen Nutzung mariner Räume 

In „CoastalFutures" erarbeiten wir wissenschaftsbasierte Konzepte für einen nachhaltigen Umgang mit den Küsten, Meeresökosystemen und deren Ressourcen. Wir entwickeln ein innovatives Modellsystem, um zukünftige Nutzungsszenarien zu testen und Analysen möglicher Managementoptionen zu unterstützen.

Hintergrund und Zielsetzung

Klimawandel und eine immer stärkere menschliche Nutzung der Meere lassen das klassische Management zur nachhaltigen Nutzung der Meeresressourcen an seine Grenzen zu stoßen und bringen neue Herausforderungen mit sich. Folglich wird vermehrt die Anwendung eines umfassenderen ökosystembasierten Meeresmanagement gefordert. Das Projekt "CoastalFutures – Zukunftsszenarien zur Förderung einer nachhaltigen Nutzung mariner Räume", das Teil der Forschungsmission „Meere schützen und nachhaltig nutzen“ der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) ist, verfolgt die Entwicklung innovativer Werkzeuge zur Unterstützung eines integrierten Meeresmanagements für die Nord- und Ostsee. Dazu gehören drei wichtige Komponenten:

  • Zukunftsszenarien zur Nutzung von Küstengebieten
  • ein umfassendes Modellsystem, in dem zukünftige Auswirkungen von Klimaänderungen und menschlicher Nutzung auf Ökosystemebene untersucht und nachhaltige Schutzkonzepte getestet werden können
  • Bewertungsmethoden für die modellierten Szenarien und Erarbeitung von Handlungsoptionen für politische Entscheider

„CoastalFutures“ adressiert vier maritime Handlungsfelder: (i) Offshore-Energieerzeugung, (ii) Fischerei, (iii) Küstenschutz und Sedimentmanagement sowie (iv) Nährstoff- und Schadstoffeinträge. Das Thünen Institut mit den Instituten für Seefischerei und Ostseefischerei fokussiert sich auf die Entwicklung von Modellkomponenten, Zukunftsszenarien und Handlungswissen, um die Auswirkung von Veränderungen in den Ökosystemen auf die Fischerei einzuschätzen und die nachhaltige Nutzung lebender Meeresressourcen durch modernes Fischereimanagement zu gewährleisten.

Vorgehensweise

Um Aussagen über zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten für die Fischerei treffen zu können, generieren wir zusammen mit Sektorvertretern u.a. aus Windenergie, Naturschutz und Fischerei sowie Projektpartnern Zukunftsszenarien für die Nutzung der Küstenökosysteme. Diese Szenarien variieren in Bezug auf das Ausmaß der Veränderungen (z.B. stärkere oder weniger starke Temperaturerhöhungen), Verfügbarkeit von Flächen (u.a. Ausmaß der Ausweisung von Flächen für Offshore-Windparks) oder strukturelle Anpassungen im Fischereisektor (z.B. Möglichkeiten von Investitionen in alternative Fangmethoden.

Die resultierenden Szenarien testen wir mit dem Modellsystem für Küstengebiete, das die Teilmodelle der Projektpartner in einer virtuellen Umgebung vernetzt und dadurch zahlreiche direkte und indirekte Auswirkungen auf verschiedene Komponenten der Meeresökosysteme simulieren kann.  Das Thünen-Institut führt spezifische Analysen der räumlichen Verteilung von kommerziellen Fischarten unter der Berücksichtigung des aktuellen und zukünftigen Klimas, sowie der menschlichen Nutzung der marinen Räume durch. Darüber hinaus nutzen wir neue Daten und Daten aus Laborexperimenten früherer Projekte, um existierende Rekrutierungsmodelle weiterzuentwickeln, um den Rekrutierungserfolg von kommerziellen Fischarten in der Nordsee unter der Beachtung der zuvor erwähnten Belastungen abzuschätzen. Beide vom Thünen-Institut entwickelten Modelle werden abschließend gekoppelt und in das skalenübergreifende Küstenmodellsystem integriert. Zusätzlich wird ein Fischerei- und Nahrungsnetzmodell eingebunden, um die Zusammenhänge zwischen klimabedingten Änderungen in der Artzusammensetzung, der Nutzungsintensität und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Ökosysteme in der Nord- und Ostsee und Ihre nachhaltige Nutzbarkeit zu untersuchen.

Die Ergebnisse des Modells werden im Anschluss benutzt, um die Auswirkung der verschiedene Klima- und Nutzungsszenarien auf die zukünftige Entwicklung der deutschen Fischereiflotten zu untersuchen. Die Szenarien werden zunächst mit Hilfe sozio-ökonomischer Methoden, z.B. agri benchmark fish Methodik, bewertet. Im Anschluss ermöglichen die Ergebnisse uns, gemeinsam mit den Stakeholdern Anpassungsstrategien für die Fischereiflotten zu erarbeiten.

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