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Sicherung der Biodiversität durch nachhaltig bewirtschaftete Teichlandschaften in der Lausitz

Projekt

 (c) Vincent Lugert/Thünen-Institut

Sicherung der Biodiversität durch nachhaltig bewirtschaftete Teichlandschaften in der Lausitz

Teichlandschaften leisten mehr als Nahrungsmittelproduktion: Wie die ökologisch wertvolle Kulturlandschaft in der Lausitz mit ihrer Artenvielfalt gesichert werden kann, erforschen wir im Projekt TeichLausitz.

Hintergrund und Zielsetzung

Über Teile Brandenburgs, Sachsens und Niederschlesiens erstreckt sich das Oberlausitzer- und Niederlausitzer Teichgebiet – das größte zusammenhängende Teichgebiet Mitteleuropas. Hier werden Landschaft und Kultur seit 750 Jahren von Teichen geprägt, die für die Fischzucht angelegt wurden. 1.000 davon befinden sich allein in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, die auch UNESCO-Biosphärenreservat ist.

Doch die Fischzucht unterliegt einem Wandel: Verluste durch Prädatoren, Wasserknappheit wegen klimatischer Veränderungen, eine sinkende Nachfrage und niedrige Preise für die erzeugten Produkte, Nachwuchsmangel und Investitionsstaus erschweren die Wirtschaftlichkeit der Teichwirtschaften. Die Folge: Die Fischzuchten schwinden.

Während ihre primäre Ausrichtung auf die Erzeugung von tierischem Protein abnimmt, treten andere positive Effekte der Teiche – Ökosystemleistungen wie Grundwasserneubildung, Nährstoffretention, Wasserregulation – stärker in den Vordergrund. Grundvoraussetzung für diese ist jedoch eine kontinuierliche Bewirtschaftung der Teiche.

Ziel des Projekts „TeichLausitz“ ist es daher, die Korrelationen zwischen Biodiversität und Bewirtschaftungsformen in Karpfenteichen und damit verbunden die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen von Betriebsaufgaben zu untersuchen. Davon ausgehend analysieren wir Möglichkeiten, Ökosystemdienstleistungen zu honorieren, um Wege für den Erhalt fischereilich bewirtschafteter Teiche in der Lausitz zu entwickeln.

Vorgehensweise

Die Teichgebiete Brandenburgs und Sachsens werden durch einen inter- und transdisziplinären Ansatz aus ökologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Perspektive betrachtet. Die unterschiedlichen rechtlichen und administrativen Rahmenbedingungen der Bundesländer erlauben einen Vergleich von Politikinstrumenten bezüglich ihrer Wirkungen a) auf die Biodiversität in Teichlandschaften und b) auf die betriebswirtschaftliche Rentabilität teichwirtschaftlicher Unternehmen. Auf dieser Grundlage sollen Empfehlungen zur weiteren Gestaltung von Governance-Strukturen und Politikinstrumenten erarbeitet werden.

Das Thünen-Institut übernimmt im Projekt das Modul „Betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Rentabilität in Abhängigkeit von Politikinstrumenten“. In diesem Modul werden typische Karpfenbetriebe der Lausitz definiert.

Daten und Methoden

„Typische Betriebe“ sind Datensätze, die auf reellen Kosten und Preisen basieren, die für Betriebe einer bestimmten Größe und Region als typisch angesehen werden können. Zur Bestimmung der typischen Betriebe wird der typical farm approach angewendet. Er ermöglicht die Analyse kurz-, mittel-, und langfristiger Profitabilität und die Darstellung von Auswirkungen veränderter klimatischer, technischer und politischer Rahmenbedingungen.

Kern des Ansatzes sind Gruppendiskussionen mit sächsischen und brandenburgischen Teichwirt*innen. Während dieser Diskussionen wird im Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft festgelegt, welche betrieblichen Eigenschaften typisch für die Teichproduktion in der Lausitz sind.

Die fertigen Datensätze werden für die ökonomische Analyse der aktuellen umweltpolitischen Maßnahmen zum finanziellen Ausgleich von erbrachten Ökosystemleistungen der Karpfenteichwirtschaft verwendet. Dafür wird ein Vergleich der Profitabilität der typischen Betriebe mit und ohne Berücksichtigung der aktuellen Fördermaßnahmen durchgeführt.

Vorläufige Ergebnisse

Die Ergebnisse sollen zeigen, wie Fördermaßen gestaltet sein müssen, um Ökosystemleistungen der Betriebe zu entlohnen und ihre langfristige Profitabilität zu gewährleisten.

Zusammen mit den Ergebnissen der anderen Module wird auf langfristige Sicht eine Grundlage für strukturelle Änderungen und Anpassungen von Richtlinien und Förderprogrammen gelegt. Diese streben an, die Effektivität und Effizienz beim Erhalt der Biodiversität zu steigern und über eine bessere Honorierung der Ökosystemdienstleistungen von Karpfenteichwirtschaften den ökologischen Wert des Sektors zu betonen.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner

  • Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow
    (Potsdam, Deutschland)
  • Technische Universität Dresden
    (Dresden, Tharandt, Deutschland)

Geldgeber

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

11.2021 - 10.2024

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft