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Ausgestaltung eines ökosystembasierten Fischereimanagements

Projekt

 (c)

Ausgestaltung eines ökosystembasierten Fischereimanagements

Ökosystembasiertes Fischereimanagement ist in aller Munde. Bislang werden mögliche Ansätze in Europa aber kaum implementiert. Mit dem Projekt SEAwise möchten wir das ändern.

Hintergrund und Zielsetzung

Überall in Europa bedeutet Fischerei Nahrung, Arbeitsplätze und ökonomische Perspektiven. Diesen Nutzen zu vergrößern und gleichzeitig den negativen Einfluss auf Ökosysteme wo immer möglich zu minimieren, ist eine der Hauptherausforderungen für ein ökosystembasiertes Fischereimanagement (Ecosystem based Fisheries Management, kurz: EBFM). Dabei müssen auch Umweltveränderungen und Konkurrenz bei der Meeresraumnutzung berücksichtigt werden. Nur so kann Fischerei erfolgreich in ein nachhaltiges Nutzungskonzept für die europäischen Meeresgebiete eingebunden werden.  

Einen praktikablen Ansatz für ein EBFM in Europa zu erarbeiten, ist das zentrale Ziel im Projekt SEAwise. Dabei werden bestehende Netzwerke aus der Wissenschaft, Industrie, Umweltverbänden und Politik genutzt, um gemeinsam Ideen für einen pragmatischen Managementansatz zu entwickeln. Wir sehen dabei vier große Herausforderungen:

  1. Identifizierung von weithin anerkannten Prioritäten
    Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie das Ökosystem Fischereien beeinflusst und umgekehrt. All diese Möglichkeiten zu berücksichtigen, ist wenig praktikabel. Das macht Priorisierung zu einem entscheidenden Thema. Deshalb loten wir in SEAwise zusammen mit relevanten Interessenvertretern die wichtigsten Einfluss- und Risikofaktoren für die Fischereien und Meeresökosysteme aus. 
  2. Schließen von Lücken im vorhandenen Wissen
    Verfügbares Wissen beinhaltet sowohl Wissen von Wissenschaftlern, als auch traditionelles und erfahrungsbasiertes Wissen von Bürgern, NGO's und Fischern. All dieses Wissen soll in SEAwise integriert werden, um Ideen für eine operationelle und pragmatische Implementierung eines EBFM in Europa zu entwickeln. Vorhandene Wissenslücken werden dabei identifiziert und im Laufes des Projektes geschlossen.  
  3. Fehlen von akkuraten, maßgeschneiderten und anpassungsfähigen Vorhersagemodellen
    Mitglieder im SEAwise-Konsortium offerieren eine breite Auswahl an Modellen, Daten und quantitativen und qualitativen Analysewerkzeugen. Auch Erfahrung in der politischen Beratung bringt das Konsortium mit. Im Projekt werden wir auf diese vorhandenen Ressourcen zurückgreifen, sie weiterentwickeln und wo nötig komplettieren. Mit verbesserten Vorhersagemodellen stellen wir Werkzeuge bereit, um die Implementierung eines EBFM zu unterstützen.  
  4. Wenig Bereitschaft wissenschaftliche Empfehlungen mit Managern und Politikern weiterzuentwickeln.
    Die Empfänger der wissenschaftlichen Empfehlungen sind die wahren Experten, um deren Nützlichkeit zu beurteilen. Im Projekt SEAwise wird ein Netzwerk aus Wissenschaftlern, Interessenvertretern und Entscheidungsträgern aufgebaut, um die unterschiedlichen Belange von Endnutzern zu „kartieren“. So können maßgeschneiderte Lösungen für Beratungsprodukte entwickelt werden.

Vorgehensweise

Im Projekt SEAwise wollen wir aktuelle Methoden der Risikobewertung einsetzen, um die vier großen Herausforderungen für die Implementierung eines EBFM im Fischereimanagement zu meistern:

  • Netzwerk-Bildung mit Interessensvertretern, Beratungsgremien, Entscheidungsträgern und Wissenschaftlern, um gemeinsam die wichtigsten Prioritäten und geeignete Ansätze für ein EBFM zu identifizieren.
  • Zusammentragen und Erweiterung des Wissens über Interaktionen der europäischen Fischereien mit dem Ökosystem und ihrem sozialen Umfeld. Dabei wird das Wissen von Wissenschaftlern mit dem Erfahrungsschatz von Interessensvertretern kombiniert. Mit Hilfe des Expertenwissens aller Beteiligter und systematischen Literaturrecherchen wird das vorhanden Wissen zusammengetragen und  Wissenslückenlücken identifiziert, die es während des Projektes zu schließen gilt.  
  • Entwicklung von Vorhersagemodellen. Modelle ermöglichen es Interaktionen zwischen Ökosystemen, Fischereien und sozialem Umfeld in den Häfen zu simulieren und Auswirkungen von Managemententscheidungen vorherzusagen. Sie helfen EBFM-Ansätze zu evaluieren, nach festgelegten Kriterien auszuwählen und die Hauptrisiken für eine Implementierung abzuschätzen. Dabei müssen auch zukünftige Umweltveränderungen und Nutzung des marinen Raumes durch andere Player berücksichtigt werden, um Fischerei in ein Gesamtnutzungskonzept für die europäischen Meeresgebiete einzubinden. Die Kommunikation von Unsicherheiten in den Daten und Modellen darf dabei nicht außer Acht gelassen werden.
  • Bereitstellung von sofort nutzbaren Empfehlungen für das Mittelmeer, westliche Gewässer, Nordsee und Ostsee. SEAwise wird dazu maßgeschneiderte Beratungsprodukte basierend auf den Projektergebnissen und Vorstellungen der Endnutzer entwickeln.  

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Europäische Union (EU)
    (international, öffentlich)

Zeitraum

10.2021 - 9.2025

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft