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Assistenzsysteme für eine intelligente Rinderhaltung

Projekt

Experimentierfeld „CattleHub“ aufgeteilt in sechs Experimentierbereiche (c) Thünen-Institut
Experimentierfeld „CattleHub“ aufgeteilt in sechs Experimentierbereiche (© Thünen-Institut)

Assistenzsysteme für eine intelligente Rinderhaltung - "CattleHub"

Digitalisierung und Automatisierung erlangen in der modernen Rinderhaltung zunehmend eine zentrale Rolle. Immer mehr Assistenzsysteme werden angeboten und besonders Systeme zur Tierlokalisation (Tracking) im Stall und/oder Systeme zur Brunsterkennung, Überwachung der Gesundheit, etc. erreichen vermehrt die Marktreife. Die zuverlässige Bestimmung von Tiergesundheits- und Tierverhaltensparametern ist dabei für den praktischen Anwender bei der Entscheidungsunterstützung von großer Bedeutung.

Hintergrund und Zielsetzung

Mit zunehmenden Bestandsgrößen in der Milchviehhaltung rücken bei hoher Arbeitsbelastung der Tierhalter und gleichzeitigem Fachkräftemangel die Kontroll- und Tierüberwachungsaufgaben immer mehr in den Vordergrund. In der zukünftigen Rinderhaltung lässt sich die große Arbeitsbelastung der Tierhalter durch ein hohes Maß an Automatisierung, Prozessoptimierung und gezielter Entscheidungshilfe in Form von digitalen Assistenzsystemen verringern. Es gibt viele unterschiedliche Systeme zur Entscheidungsunterstützung, aber viele Daten werden parallel gesammelt und erfordern manuelle Datenverknüpfungen durch den praktischen Anwender. Digitalisierung ermöglicht alle prozessbegleitenden Daten zentral zu sammeln und den Tierhaltern sämtliche Informationen für sein Herdenmanagement einheitlich bereitzustellen. Dies führt letztlich auch zu einer verbesserten Transparenz der Vorgänge, zu mehr Tierwohl und langfristig - hoffentlich - auch zu mehr Vertrauen zwischen Produzenten und Konsumenten.
Das Verbundprojekt CattleHub ist eines von 14 Experimentierfeldern mit denen das BMEL die Digitalisierung in der Landwirtschaft fördert. CattleHub als Experimentierfeld befasst sich mit Assistenzsystemen, die den Tierhalter bei täglichen Arbeit zukünftig noch mehr unterstützen werden. Um diese gezielt zu untersuchen, ist das Experimentierfeld in folgende sechs Experimentierbereiche, die sich im Verbund interdisziplinär ergänzen, unterteilt:

Das vorrangige Ziel des Experimentierfeldes CattleHub ist Assistenzsysteme in der gesamten Rinderhaltung durch einen Wissenstransfer verstärkt zu etablieren und diese auf den Gebieten entsprechend der Experimentierbereiche weiter zu entwickeln.

Zielgruppe

Praktische Anwender, Tierhalter, interessierte Dienstleister, Wissenschaftler und Berater

Vorgehensweise

In jedem der oben genannten Experimentierbereiche werden praxisrelevante Anwendungsfälle von Assistenzsystemen untersucht. In Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern werden gezielt bereits vorhandene Systeme getestet, Daten erhoben und ausgewertet.
Der Experimentierbereich Tracking unter Federführung des Thünen-Instituts befasst sich mit der Untersuchung von praxisrelevanten Anwendungsfällen auf Basis von kontinuierlichen Positionsmessungen und testet diese auf Versuchs- und Praxisbetrieben. Dazu gehören z.B. die Lahmheitserkennung und Überwachung des Liege- und Fressverhaltens von Milchkühen. Mit Hilfe einer Referenz und ausgewählten Sensoren werden bestehende Trackingsysteme untersucht und zukünftige Anwendungen, die auf Tracking basieren, erprobt. Für den Wissenstransfer sind Veranstaltungen geplant, bei denen Firmen, Berater und Tierhalter über den Stand und die Nutzungsmöglichkeiten neuartiger Assistenzsysteme in der Rinderhaltung informiert werden. Hierbei werden Milchviehbetriebe, die bereits Sensoren und Assistenzsysteme einsetzen, den Wissenstransfer in die Praxis unterstützen. Auf der Homepage cattlehub.de/ wird eine Wissensdatenbank eingerichtet, die allen interessierten Tierhaltern, Dienstleistern, Wissenschaftlern und Beratern Informationen über Assistenzsysteme in der Rinderhaltung bereitstellt.

Unsere Forschungsfragen

  • Wie zuverlässig und valide arbeiten Assistenzsysteme in der Rindhaltung?
  • Wie kann die interdisziplinäre Weiterentwicklung und Etablierung von Assistenzsystemen für die gesamte Rinderhaltung gestärkt werden?
  • Wie lassen sich bereits vorhandene Assistenzsysteme auf Basis von Tracking untersuchen und welche Anwendungsfälle lassen sich zukünftig damit abdecken?

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

12.2019 - 11.2022

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft