Stellvertretende Institutsleitung

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Kerstin Martens
Institut für Betriebswirtschaft

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QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch 2.0

Projekt

Melkbecher (c) Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V.
(© Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V.)

Mit dem QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch 2.0. werden deutschlandweit Daten zur Nachhaltigkeit der Milcherzeugung erhoben. Knapp 30 Molkereien beteiligen sich daran.

Hintergrund und Zielsetzung

Eine nachhaltige und verantwortungsvolle Wirtschaftsweise hat bei der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln national und international eine wachsende Bedeutung. Dies gilt auch für die deutsche Milchwirtschaft und deren internationale Wettbewerbsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund wurde vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft zusammen mit dem QM-Milch e.V. und dem Projektbüro Land und Markt das „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ entwickelt. Es wurde von 2017 bis 2020 in der Praxis erstmalig eingesetzt und geprüft. Auf Basis der in der Pilotphase gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse wurde das Modul weiterentwickelt und heißt nun QM Nachhaltigkeitsmodul Milch 2.0.

Ziel des Verbundprojektes mit dem QM Milch e.V.  ist die weitere Umsetzung des QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch  in der Praxis. Das QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch dient als gemeinsames Entwicklungsinstrument für Molkerei und Milcherzeuger. Es soll Molkereien und Milcherzeugergemeinschaften und ihre Erzeugerbetriebe bei einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Milcherzeugung unterstützen und einen Dialog über die relevanten Themenbereiche und Veränderungsprozesse hin zu einer nachhaltigeren Milcherzeugung initiieren. Es soll Fakten liefern, um gegenüber Marktpartnern und Gesellschaft auskunftsfähig zu sein, „wo die Milchviehbetriebe in Sachen Nachhaltigkeit stehen“ und wie sich der Nachhaltigkeitsstatus entwickelt.

Vorgehensweise

1) Anwendung des QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch in knapp 30 Molkereien: Die Molkereien setzen den Nachhaltigkeitsfragebogen auf ihren Erzeugerbetrieben ein. In der Regel geben die Milcherzeuger selbst mit Hilfe eines Online-Fragebogens die Daten in die zentrale Datenbank ein.

2) Datenauswertung: Die Daten werden bei uns auf ihre Plausibilität gecheckt und ausgewertet. Jede Molkerei erhält einen umfangreichen Ergebnisbericht; die teilnehmenden Milcherzeuger erhalten ein einzelbetriebliches Benchmark und können sich so mit ihren Mitlieferanten über alle 86 Nachhaltigkeitskriterien hinweg vergleichen. Zudem stellen wir die Ergebnisse molkereiintern vor. Gemeinsam werden die Fakten zum Status quo analysiert und diskutiert, Ziele zur Weiterentwicklung einer nachhaltigen Milcherzeugung formuliert und mögliche Maßnahmen zur Umsetzung erarbeitet.

3) Erstellung eines bundesweiten Berichts über die Nachhaltigkeit in Milchviehbetrieben in Deutschland und Fortschrittsbericht.

4) Vertiefte statistische Analysen zu spezifischen Fragen basierend auf dem Gesamtdatensatz.

5) Sicherung der wissenschaftlichen Fundierung zur Beibehaltung/Förderung der Akzeptanz: Berücksichtigung neuer Forschungsergebnisse für das Modul.

6) Sicherung der Mulistakeholdereinbindung: Die Perspektiven der beteiligten Molkereien und ihrer Milcherzeuger sowie die Sicht von Handel, verarbeitender Industrie, Wissenschaft und NGOs auf das QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch werdenberücksichtigt. Die Ergebnisse sollen konkrete Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung des Moduls liefern.

7) Sicherstellung der internationalen Anschlussfähigkeit: Nachhaltigkeitskonzepte nationaler und internationaler Initiativen und ausgewählter Molkereien werden untersucht. Auf diese Weise sollen wichtige internationale Entwicklungen im Themenfeld nachhaltige Milcherzeugung beobachtet werden, um das „QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch“ im nationalen und internationalen Kontext einordnen und entsprechend weiterentwickeln zu können.

Daten und Methoden

Die Erhebung der Daten erfolgt mit Hilfe eines schriftlichen Fragebogens. Die Auswertung der Daten für die Molkereien erfolgt vor allem deskriptiv. Für die vertieften wissenschaftlichen Analysen werden zudem multivariate statistische Verfahren angewendet. Im Rahmen der Evaluation und Umfeldanalyse wenden wir darüber hinaus auch qualitative Methoden (Gruppendiskussionen, Expertengespräche) an.

Links und Downloads

www.qm-milch.de/nachhaltigkeit

www.qm-milch.de/publizierte-ergebnisse

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner

  • QM-Milch e.V.
    (Berlin, Deutschland)
  • Landeskontrollverband Nordrhein-Westfalen e.V.
    (Krefeld, Deutschland)

Geldgeber

  • teilnehmende Molkereien
    (national, privat)

Zeitraum

7.2020 - 6.2023

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

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  1. Lindena T, Claus A-S, Johns J, Nieberg H (2020) "QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch" - es geht weiter! Ausgewählte Ergebnisse nach 3 Jahren Pilotphase [online]. Braunschweig: Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, zu finden in <https://www.qm-milch.de/ergebnisse-in-der-pilotphase> [zitiert am 09.11.2020]
  2. Kuhnert H, Lindena T (2020) Alles gleich "grün"? Elite(4):24-26
  3. Lindena T, Johns J (2020) Animal Welfare on 7,297 German Dairy Farms: Results of the pilot study of the "QM-Dairy Sustainability Tool" [online]. IDF Anim Health Rep(14):6-8, zu finden in <https://store.fil-idf.org/product/idf-animal-health-report-n-14/> [zitiert am 05.11.2020]
  4. Lindena T, Johns J (2020) Auf Tierwohl für Milchvieh achten. Bauernzeitg 61(38):40-42
  5. Claus A-S, Lindena T, Heuer J (2020) Pilotprojekt "Nachhaltigkeitsmodul Milch" : 7 Ergebnisberichte zu Erzeugerbefragungen der im Projekt teilnehmenden Molkereien [Nicht veröffentlicht]. Braunschweig: Thünen-Institut für Betriebswirtschaft

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