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Auswirkungen der Nutzung von erneuerbareren Energien auf die europäische Fischerei

Projekt

 (c) THünen-Institut/V. Stelzenmüller

Auswirkungen der Nutzung der Offshore-Windenergie sowie anderer erneuerbarer Energien aus dem Meer auf die europäische Fischerei

Wie wirken sich Offshore-Windparks und Wellenanlagen auf den europäischen Fischereisektor aus? Dieser Frage gehen wir in dieser Studie nach. Neben Lösungswegen zur Koexistenz zeigen wir Forschungslücken und politischen Handlungsbedarf auf.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Ausbreitung von erneuerbaren Energien, z.B. Offshore-Windenergie, ist eine wichtige Säule im globalen Übergang zu einem kohlenstofffreien Energiesektor. In europäischen Gewässern gestaltet sich der Ausbau sehr unterschiedlich und geht mit zunehmendem Konfliktpotenzial mit anderen marinen Sektoren wie der Fischerei einher.

Diese Studie gibt einen Überblick über die allgemeinen Auswirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien aus dem Meer auf die Fischerei in europäischen Seegebieten. Darüber hinaus werden Wege zu möglichen Lösungen für die Koexistenz beider Sektoren aufgezeigt, Beispiele für eine vorbildliche Praxis gegeben und Erfahrungen beschrieben; des Weiteren werden Forschungslücken aufgezeigt und politische Empfehlungen gegeben.

Zielgruppe

Politik, Fischerei, Erneuerbare Energien

Vorgehensweise

Der Schwerpunkt dieser Studie liegt auf einer eingehenden Untersuchung räumlicher Überschneidungen des gegenwärtigen Fischereiaufwands pro Flotte und der gegenwärtigen und zukünftigen räumlichen Ausdehnung erneuerbarer Energien aus dem Meer in den europäischen Meeren, wofür die Daten des automatischen Identifikationssystems (Automatic Identification System, AIS) und des satellitengestützten Schiffsüberwachungssystems (Vessel Monitoring System, VMS) genutzt wurden.

Des Weiteren wurden die Konzepte der Koexistenz, der gemeinsamen Nutzung des Raums und der Zusammenarbeit definiert. Anschließend wurden die Lehren, die aus repräsentativen Fallstudien in Großbritannien, Dänemark, Belgien, Deutschland und den Niederlanden gezogen wurden, zusammengefasst.

Eine standardisierte Literaturübersicht ermöglichte es uns, den aktuellen Wissensstand über die Auswirkungen erneuerbarer Energien aus dem Meer auf die Fischerei zusammenzufassen und entsprechende Wissenslücken zu identifizieren.

Unsere Forschungsfragen

  • Wie sieht der Zustand der Konfliktzonen in den wichtigsten Meeresbecken der EU für den Fischereisektor und den aufstrebenden Sektor der erneuerbaren Energien aus?
  • Welche allgemeinen Auswirkungen hat die Entwicklung von Offshore-Windparks und anderen erneuerbaren Energien auf den Fischereisektor der EU in den verschiedenen Meeresbecken?
  • Welches sind die am stärksten betroffenen Fischereien in den verschiedenen EU-Gewässern?
  • Was sind die wichtigsten bestehenden Forschungslücken?
  • Wie können Lösungen zur Koexistenz beider Sektoren aussehen?
  • Welche möglichen Abhilfemaßnahmen für zukünftige Konflikte gibt es?
  • Welche potenziellen Synergien können durch die Förderung der Interaktion zwischen Offshore-Windparks und Fischereiaktivitäten (einschließlich Aquakultur) geschaffen werden?
  • Welche politischen Empfehlungen können dem Europäischen Parlament auf der Grundlage der Analyse und des derzeitigen Wissensstandes gegeben werden in Bezug auf
  1. mögliche Maßnahmen und Aktionen im Hinblick auf bestehende und potenzielle zukünftige Konflikte;
  2. mögliche Maßnahmen im Hinblick auf Synergien, die sich aus der gemeinsamen Nutzung des Meeresraums durch die Fischerei und den Sektor der erneuerbaren Energien ergeben.

Ergebnisse

  • Die Nutzungskapazitäten mariner erneuerbarer Energien variieren stark zwischen den europäischen Seegebieten, wobei die räumliche Ausdehnung der dafür erforderlichen Anlagen bis 2025 für die nächsten fünf Jahre einen starken Anstieg des Potenzials räumlicher Konflikte in der Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeer vermuten lässt.
  • Die derzeitige und künftige kumulative Entwicklung der erneuerbaren Energie aus dem Meer betrifft hauptsächlich die Schleppnetzfischerei, bei der verschiedene Grundfisch- und Krebstierarten befischt werden, während die Zusammensetzung des Fischereiaufwands in den einzelnen Planungsgebieten von Flotte zu Flotte sehr unterschiedlich ist.
  • Europaweite, standardisierte Überwachungsprogramme könnten sozio-ökonomische und umweltbezogene Daten liefern, die derzeit nicht verfügbar sind (d.h. die indirekten Kosten entgangener Fangmöglichkeiten), die jedoch für die Bewertung der kumulativen Auswirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft erforderlich sind.
  • Es wird ein intergrativer Rahmen benötigt, um die Auswirkungen erneuerbarer Energien aus dem Meer auf die Fischerei zu quantifizieren und ggf. abzumildern, (z.B. durch die Schaffung transparenter Leitlinien für die Ausweitung erneuerbarer Energien aus dem Meer, eine frühzeitige Konsultation der Interessengruppen, die Einbeziehung unabhängiger Dritter oder Entschädigungszahlungen), sowie Leitlinien zur Regulierung von Koexistenz mariner Nutzungen im Rahmen der maritimen Raumplanung.

Links und Downloads

www.europarl.europa.eu/thinktank/en/document.html

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Geldgeber

  • Europäische Union (EU)
    (international, öffentlich)

Zeitraum

5.2020 - 10.2020

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen