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Forest Ecosystems

Pflanzen reagieren weniger auf Kohlendioxid

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In „Science“ veröffentlichte Studie zeigt, dass der globale Düngeeffekt in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen ist

(© Tanja Sanders)

Steigende Kohlendioxidkonzentrationen (CO2) führen zu einer höheren Produktivität der Vegetation. Dieser sogenannte Düngeeffekt bindet Kohlenstoff aus der Atmosphäre und trägt damit zu einer Abmilderung der Erderwärmung bei. Weil die genauen Dynamiken dieser Prozesse allerdings nicht hinreichend bekannt sind, hat ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die zeitlichen Variationen des Düngeeffekts näher untersucht. Dafür wurden langfristige satelliten- und bodengestützte Datensätze, unter anderem von ICP Forests, verwendet.

Die Ergebnisse zeigen, dass der globale Düngeeffekt in den meisten terrestrischen Regionen der Erde im Zeitraum von 1982 bis 2015 zurückgegangen ist. Um zu verstehen, warum das so ist, wurden verschiedene Hypothesen untersucht. Eine davon ist, dass nicht mehr CO2 der limitierende Faktor für das Pflanzenwachstum ist, sondern die Nährstoffverfügbarkeit. Eine Auswertung von Nadel-/Blatt-Werten aus dem europäischen ICP Forests-Netzwerk konnte dies bestätigen. Das Nährstoffungleichgewicht zwischen Stickstoff und Phosphor hat sich über die Jahre verstärkt.

Aktuelle Modelle zum Kohlenstoffkreislauf zeigen diesen rückläufigen Trend ebenfalls, wenn auch wesentlich schwächer ausgeprägt als die Ergebnisse dieser Studie. Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Modelle nachjustiert werden müssen, um künftige Entwicklungen besser abbilden zu können.

Link zur aktuellen Science-Studie:
https://science.sciencemag.org/content/370/6522/1295.full

Quelle: Songhan Wang et al., 2020: Recent global decline of CO2 fertilization effects on vegetation photosynthesis. Science 11 Dec 2020: Vol. 370, Issue 6522, pp. 1295-1300 DOI: 10.1126/science.abb7772

Kontakt im Thünen-Institut für Waldökosysteme:
Tanja Sanders
Inken Krüger