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Großer Reformbedarf bei der EU-Fischereipolitik

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In einer Analyse der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU kommen die Thünen-Institute für Ostseefischerei und Seefischerei zu dem Schluss, dass die gesteckten Ziele nur bedingt erreicht werden. Für die nächste Reform 2023 besteht damit weiter großer Reformbedarf.

(© Thünen-Institut/M. Welling)

In einer Analyse der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU kommen die Thünen-Institute für Ostseefischerei und Seefischerei zu dem Schluss, dass die gesteckten Ziele nur bedingt erreicht werden. Für die nächste Reform 2023 besteht damit weiter großer Reformbedarf.

Für die Studie wurden 17 Kriterien zu ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten der Fischereipolitik sowie zur Effizienz von Entscheidungsfindungsprozessen aufgestellt und bewertet. Die Studie wurde im internationalen renommierten Fachblatt „Fish and Fisheries“ veröffentlicht (Belschner T, Ferretti J, Strehlow Hv, Kraak SBM, Döring R, Kraus G, Kempf A, Zimmermann C (2019). Evaluating fisheries systems: A comprehensive analytical framework and its application to the EU’s Common Fisheries Policy. Fish Fish. 2019;20:97–109. https://doi.org/10.1111/faf.12325).

Für keinen der Indikatoren gilt, dass sowohl der Status Quo als auch der Trend positiv bewertet werden konnten. Neutralen Status, aber positive Trends weisen die Ansätze zur Erreichung ökonomisch nachhaltiger Fischereien, zur Teilhabe von Akteuren sowie die Implementierung des Vorsorgeansatzes auf. Negativen Status aber positiven Trend verorten die Autoren beim Ökosystemansatz und bei der Kohärenz von Managementmaßnahmen. Der Großteil der Indikatoren ist sowohl im Status Quo wie auch im Trend neutral bewertet worden (z.B. Ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz des Managements oder Verteilungseffekte). Besonders kritisch wird die Komplexität der geltenden Regeln beurteilt.

Aufgrund des anhaltenden Reformbedarfs wird das Thünen-Institut in den nächsten Jahren weiter an dem Thema Verbesserung der EU-Fischereipolitik arbeiten. Im Fokus werden dabei die Umsetzung des Anlandegebots, die Regionalisierung von Managemententscheidungen und der Schutz von Lebensräumen und Nichtzielarten stehen.

Bei Fragen zu diesem Thema kontaktieren Sie bitte Dr. Ralf Döring.