Optimierte Verfahren

Expertise

Entlang der Verfahrenskette und über den gesamten Vegetationszeitraum wollen wir die Verfahren für Böden und Pflanzen optimieren: Beginnend mit der Ernte, über Stoppelbearbeitung, Primär- und Sekundärbodenbearbeitung, Bestellung, Düngung, Pflege bis hin zur nächsten Ernte. Arbeiten sollen im Sinne guter fachlicher Praxis ganzheitlich betrachtet werden.


Ernte als Basis

Sampler zum Erfassen der Strohverteilung (© Thünen-Institut/Hans-Heinrich Voßhenrich)

Die Erntearbeiten haben einen hohen Stellenwert, auf ihnen gründet die Qualität nachfolgender Arbeiten. Stoppellänge, Häckselqualität und gleichmäßige Verteilung des Strohs über die Fläche müssen den differenzierten pflanzenbaulichen, bodenkundlichen und feldhygienischen Anforderungen nachfolgender Arbeitsgänge entsprechen.


Stoppelbearbeitung

Mulcher (© Thünen-Institut/Hans-Heinrich Voßhenrich)

Wildwuchs nach der Ernte fordert Landwirte und Agrarforscher heraus.  Durch flaches Bearbeiten der Stoppeln soll zunächst alles Keimfähige – Samen von Schadgräsern ebenso wie Ernteverluste vor allem von Ölfrüchten (Ausfallraps) – möglichst vollständig zum Keimen angeregt werden. Von Pilzen oder tierischen Schädlingen befallene Pflanzen- und Stoppelreste sind fein zu zerkleinern, um Erreger abzutöten. Flach arbeitende Striegel und Schlegelmulcher nehmen wir deshalb besonders wichtig.

Auf Feldversuche folgen Detailuntersuchungen im Labor. Eine automatische Bildanalyse erlaubt uns zum Beispiel, in Kooperation mit dem JKI Maiskolbenfusariosen zu beurteilen. Wir wollen objektive Kriterien für Zulassungsverfahren von Fungiziden beschreiben können.


Grundbearbeitung des Bodens

GPS-gestützte Grundbodenbearbeitung (© Thünen-Institut/Hans-Heinrich Voßhenrich)

Erst nach vollständigem Auflaufen der Schadgräser und Ausfallsamen beginnt die Grundbearbeitung des Bodens. Durch wechselnde Arbeitstiefen passen wir sie den wechselnden Bodenverhältnissen teilflächenspezifisch an. Damit optimieren wir Bodenwasser- und Bodenlufthaushalt und schonen die Bodenstrukturen. Teilflächenspezifische Bodenbearbeitung stellt die höchsten Anforderungen an Strohverteilung und Stoppelbearbeitung.

Einfache Lösungen anstehender Probleme, zum Beispiel das Einhalten der Hygienekriterien in der Fruchtfolge, sind nach unseren Erkenntnissen nicht mehr zu erwarten. Die mechanische Pflege durch die Hacke wird dagegen an Bedeutung gewinnen. Sie erfordert weite Reihenabstände – mindestens doppelten, besser 3-4-fachen Getreidereihenabstand. Im Zuckerrübenanbau war das Hacken Standard und wird durch Weiterentwicklungen aktuell wiederbelebt. Der Einsatz von mit GPS ausgestatteter Präzisionstechnik ermöglicht erstmals eine Saat im Rechteck- und Quadratverband und schafft die Voraussetzungen für eine mechanische Pflege durch Kreuz- und Querhacken.