An den Haken genommen: Das Meeresangel-Management

Hintergrund

Die Fänge von Freizeitanglern am und auf dem Meer fallen nicht unter die Fangmengenbeschränkungen der kommerziellen Fischerei. ‚Warum auch‘, mag man zunächst denken, ‚die paar Fische fallen doch nicht ins Gewicht. Doch weit gefehlt: Bei einzelnen Beständen, wie dem Dorsch der westlichen Ostsee, können Angler bis zu 50 % der kommerziellen Fangmenge zusätzlich entnehmen – sie haben also einen erheblichen Einfluss auf den Zustand eines Bestandes. Zudem sind die Anglerfänge sehr variabel und unabhängig von den Anlandemengen der kommerziellen Fischerei. Die Regulierung der Angelfischerei erscheint deshalb sinnvoll, um die starken Schwankungen der Fangmengen zu dämpfen und für einen fairen Ausgleich zwischen den Interessen der Freizeit- und der Berufsfischer zu sorgen.

Doch ein einfaches Quotenmanagement wäre nicht zielführend: Es ließe sich wegen der sehr großen Anzahl von Anglern gar nicht kontrollieren. Und es würde Angler abschrecken, ihrem Hobby nachzugehen – mit unerwünschten Folgen für die strukturschwachen Küstenregionen, für die der Angeltourismus eine wichtige Einnahmequelle darstellt. Gemeinsam mit den Anglerverbänden, Kontrollbehörden und der Politik versuchen wir, alternative Managementansätze zu entwickeln, die diese vermeintlich widersprüchlichen Ziele vereinen.

Publikationen

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  1. Strehlow HV, Schultz N, Zimmermann C, Hammer C (2012) Cod catches taken by the German recreational fishery in the Western Baltic Sea, 2005-2010: implications for stock assessment and management. ICES J Mar Sci 69(10):1769-1780