Was der Naturschutz im Wald kostet

Hintergrund

Die Ansprüche an den Wald sind vielfältig und in den vergangenen Jahren auch vielfach gestiegen. Holz ist zwar ein beliebter Rohstoff, der Holzeinschlag in Deutschlands Wäldern wird aber durch Naturschutzmaßnahmen zunehmend eingeschränkt. Das hat betriebs- und volkswirtschaftliche Auswirkungen.


Der Holzeinschlag hat im längerfristigen Trend deutlich zugenommen und liegt derzeit bei knapp 70 Mio. Kubikmeter (m³) pro Jahr (a). Langfristig liegt das Nutzungspotenzial kaum nennenswert höher. Etwa zwei Drittel des Holzeinschlages werden stofflich genutzt z. B. in Form von Bauholz, Möbeln oder Papier, etwa ein Drittel wird zur Energieerzeugung verbrannt. Ende der 90er-Jahre lag der Brennholzanteil noch bei unter 20 %. Knapp 90 % des stofflich genutzten Holzes ist Nadelholz.

Nadelholz ist damit eine wesentliche Grundlage der wirtschaftlichen Tätigkeit des Clusters Forst und Holz. Dieses Cluster umfasst alle Wirtschaftszweige, die in ihrer Produktion vom Rohstoff Holz und seinen Bestandteilen abhängig sind. Im Jahr 2012 erwirtschaftete das Cluster einen Umsatz von gut 180 Mrd. Euro.

Auch viele Ansprüche des Naturschutzes wurden stärker als früher berücksichtigt. Bereits seit mehr als 20 Jahren werden Bestände aus Nadelholz in großem Umfang in Laubholz- und Laubholzmischbestände umgebaut. Knapp 20 % der Waldfläche sind Teil der Schutzgebietskulisse von Natura 2000, viele Länder haben Totholzprogramme gestartet, mehrere Waldnationalparke sind entstanden und zum Teil wurden auch schon Wildnisflächen ausgewiesen. Damit sind aber noch nicht alle Wünsche erfüllt. In einer, unter dem Namen „Neue Multifunktionalität“ diskutierten, naturschutzorientierten Bewirtschaftungskonzeption für den Wald in Deutschland werden eine Verstärkung der genannten Aktivitäten sowie weitere Maßnahmen gefordert.

Naturschutzmaßnahmen haben in der Regel einen starken Einfluss auf die Holznutzung in Wäldern. Deutlich unterschiedlich sind sie allerdings in Bezug auf den Zeitpunkt, zu dem der Einfluss wirksam wird. Grundsätzlich ist zu beachten, dass eine spätere Wirkung von Maßnahmen im Wald heute nur mit größerer Unsicherheit abzuschätzen ist. Dies bezieht sich sowohl auf die Entwicklung der Waldbestände als auch auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die sich in Kosten und Erlösen ausdrücken.