Bausteine für eine gute Waldpolitik

Dossier

Der Wald hat es nicht leicht: Klimaschützer und Wasserspeicher soll er sein, Holzlieferant und Arbeitsplatz, Hort der Biodiversität, Erholungsstätte. Bei so vielen verschiedenen Zielen braucht die Waldpolitik einen faktenbasierten Kompass.


An den Wald werden vielfältige Ansprüche gestellt. Gute Waldpolitik wägt zwischen diesen unterschiedlichen Ansprüchen ab und erlässt Regelungen, die zu einer gesellschaftlich optimalen Nutzung des Waldes führen. Für eine solche Abwägung müssen jene Wechselwirkungen bekannt sein, die zwischen der Erfüllung eines bestimmten Anspruches und den Veränderungen in der Erfüllung der anderen Ansprüche an den Wald bestehen.

Hierzu ist das Wissen jedoch häufig noch unzureichend. Die Arbeit an der waldpolitischen Konzeption beginnt daher mit der Arbeit an der Basis. Relativ einfach ist die Analyse der Waldleistungen wie die Holzproduktion, die über Märkte erfasst und bewertet werden. Hier helfen uns Statistiken, Marktuntersuchungen oder betriebliche Modellrechnungen, um den Nutzen für die Gesellschaft abzuschätzen. Auch den Erholungswert können wir mit ökonomischen Methoden brauchbar erheben: Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass er weitgehend unabhängig von der Art der Waldbewirtschaftung  ist. Schwieriger fällt hingegen die Beantwortung der Frage, wie sich die Art der Waldbewirtschaftung auf unterschiedliche Zielgrößen des Naturschutzes auswirkt und welche Zielgrößen grundsätzlich geeignet sind, das übergeordnete Ziel, den Erhalt der biologischen Vielfalt, abzubilden. Um umsetzbare politische Empfehlungen zu erarbeiten, haben wir hierzu ein Projekt mit Fachexperten aus dem Naturschutz auf den Weg gebracht.