Bioenergie: Chance oder Risiko für die biologische Vielfalt?

Dossier

Große Maisfelder stehen für den steigenden Energiepflanzenanbau – und nähren die oft berechtigte Sorge um die Biodiversität. Gibt es wirtschaftlich tragfähige Alternativen, die unserer biologischen Vielfalt gleichzeitig einen Dienst erweisen?


Der zunehmende Anbau von Energiepflanzen in Deutschland ist derzeit einer der größten Treiber des direkten Landnutzungswandels. Das Schlagwort der „Vermaisung“ von Landschaften deutet an, wie der Energiepflanzenanbau regional zu deutlichen Veränderungen in der Struktur von Agrarlandschaften geführt hat. Zur Erreichung der politischen Ziele der Energiewende ist auch zukünftig mit einer Einbeziehung von Energiepflanzen in die agrarischen Produktionssysteme zu rechnen.

Die Optionen im Energiepflanzenanbau erschöpfen sich jedoch nicht in Mais und Raps. Tatsächlich stehen eine Vielzahl an ein- und mehrjährigen Energiepflanzen sowie eine große Bandbreite an Anbausystemen  zur Auswahl. Zum Beispiel wurden gezielt Wildpflanzenmischungen entwickelt, welche sowohl Biomasse für Biogasanlagen liefern als auch Lebensraum und Nahrungsressource für Vögel  und Insekten bereitstellen sollen. Je nachdem welche Energiepflanzen(-mischungen) in welchen Anbausystemen zum Einsatz kommen, birgt ein großflächiger, kommerzieller Anbau von Energiepflanzen entweder Chancen oder Risiken für die biologische Vielfalt und die von ihr erbrachten ökosystemaren Dienstleistungen.

Publikationen

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  1. Ulber L, Klimek S, Steinmann HH, Isselstein J, Groth M (2011) Implementing and evaluating the effectiveness of a payment scheme for environmental services from agricultural land. Environ Conserv 38(4):464-472, doi:10.1017/S0376892911000385
  2. Strohbach MW, Klimek S, Dauber J (2014) From indication to conservation: targeting conservation actions at High Nature Value Farming. In: Integrating ecological knowledge into nature conservation and ecosystem management : GfÖ 44th Annual Meeting of the Ecological Society of Germany, Austria and Switzerland ; September 8th - 12th, 2014, Hildesheim ; book of abstracts. GfÖ, p 41
  3. Klimek S, Lohß G, Gabriel D (2014) Modelling the spatial distribution of species-rich farmland to identify priority areas for conservation actions. Biol Conserv 174:65-74, DOI:10.1016/j.biocon.2014.03.019
  4. Klimek S, Schmidt TG (2012) Weiterentwicklung und Verwendung von Daten zum High Nature Value Farmland-Indikator. Landbauforsch SH 365:131-136
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  5. Ulber L, Klimek S, Steinmann HH, Isselstein J (2010) A market-based payment scheme for plant diversity in farming systems. Asp Appl Biol 100:319-326