Use of Wood - Efficient and Multifunctional

Dossier

Einer der ältesten Roh- und Werkstoffe des Menschen – und auch heute zunehmend gefragt – ist das Holz. Außer als Brennmaterial wird Holz traditionell stofflich genutzt, also zum Bau von Möbeln und Häusern oder zur Papierherstellung. Im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung der forstlichen Ressourcen arbeiten wir daran, den Rohstoff Holz noch effizienter zu nutzen.

Das wichtigste Baumaterial für die Möbelherstellung kennt jeder aus dem Baumarkt: die Spanplatte. Rund 30 Millionen Kubikmeter werden davon europaweit jedes Jahr hergestellt. Das benötigt viel Holz – zudem sind Spanplatten schwer. Wir zeigen Lösungen auf, wie auch bei einem solchen „Allerwelts-Werkstoff“ Materialien miteinander intelligent kombiniert werden können, sodass Holz eingespart und gleichzeitig das Gewicht reduziert wird. Bei den am Thünen-Institut und dem Zentrum Holzwirtschaft entwickelten Sandwich-Platten wird die Mittelschicht aus geschäumten Polymeren hergestellt. Obwohl mit nur halb so viel Holz produziert, liegen die technologischen Eigenschaften dieser Leichtbauplatten nahezu auf dem Niveau konventioneller Spanplatten.

Der Holzvorrat im Wald besteht jeweils etwa zur Hälfte aus Nadelholz und Laubholz. Stofflich genutzt wird zum überwiegenden Teil das Nadelholz, während das Laubholz zum größten Teil thermisch verwertet wird. Wir arbeiten daran, neue Wege aufzuzeigen, wie auch Laubhölzer mit geringen Stammdurchmessern und minderer Qualität in langlebige Holzprodukte verwandelt werden können.

Werkstoffe, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht mit Holz in Verbindung gebracht wird, sind Faserstoffe wie Zellstoff und Holzstoff. Zellstoff ist der wichtigste Primärfaserstoff für die Papierherstellung. Keine Zeitung, kein Karton und kein Einweg-Taschentuch kommt ohne aus. Mehr als 90 % des weltweit erzeugten Zellstoffs wird aus Holz hergestellt. Für die Zellstoffproduktion haben wir verschiedene Hochausbeuteverfahren entwickelt, die den Rohstoff deutlich besser ausschöpfen. Ob und mit welchen Anpassungen die Verfahren industrietauglich sind, wird derzeit geprüft.

Nachwachsende Rohstoffe wie Holz und verholzende Einjahrespflanzen bieten ein enormes Potenzial an Kohlenhydraten, Kohlenwasserstoffen und Aromaten, mit denen petrochemisch basierte Grundstoffe für Klebstoffe oder Kunststoffprodukte ersetzt werden können. Wir arbeiten daher an Methoden, um die  Naturstoffe in hoher Reinheit zu gewinnen und daraus maßgeschneiderte, biobasierte und hochwertige Produkte herzustellen.

Unsere Aufgabe ist es, für Politik und Praxis Empfehlungen zu entwickeln, wie sich Holz effizienter nutzen lässt und wie man aus weniger Material mehr machen kann. Darüber hinaus zeigen wir neue Perspektiven zur Verwendung von Holz und Holzbestandteilen auf. Auch über das Ende des Lebensweges von Holzprodukten machen wir uns Gedanken. Wir versuchen, den Kreislauf durch eine kluge Auswahl der Rohstoffe und durch die Entwicklung innovativer Vermarktungs- und Recyclingsysteme zu schließen.