Choice-Experiment

Hintergrund

Mit Choice-Experimenten, zu deutsch: Auswahlexperimenten, lässt sich ermitteln, wie viel ein bestimmtes Gut den Menschen wert ist, und welchen Anteil daran die einzelnen Eigenschaften dieses Gutes haben. Das funktioniert für Produkte, die auf Märkten gehandelt werden, genauso gut wie für Umweltgüter, für die es keine Märkte gibt.


Die dafür nötigen Daten bekommt man normalerweise über speziell gestaltete Befragungen, in denen Kunden (oder repräsentativ ausgewählte Bürger) zwischen unterschiedlich gestalteten Produkten auswählen sollen. Wie wichtig einem Kunden die verschiedenen Eigenschaften des Produktes im Vergleich zueinander sind, kann man dann mit mathematisch-statistischen Verfahren anhand der Antworten schätzen.

Wenn eine der Produkteigenschaften der Preis des Produktes ist, dann kann man auf diese Weise auch Zahlungsbereitschaften für sämtliche Produkteigenschaften ableiten – eine der besten Möglichkeiten, um auch den Wert von Umweltleistungen zu ermitteln, für die ja niemand irgendwo bezahlen muss. Derartige Befragungen können unterschiedlich aufgebaut sein. Hier ein Beispiel für ein Choice-Experiment, in dem aus vier möglichen Produktalternativen für Hähnchenbrustfilets auszuwählen war:

In diesem Experiment ging es darum zu ermitteln, wie stark sich die Zahlungsbereitschaften unterscheiden, wenn Käufer zwischen konventioneller und Biohaltung, unterschiedlichen Herkunftsgebieten und unterschiedlichen Hühnerrassen wählen können – und natürlich darum, welche Rolle der Preis beim Kauf spielt.  

Für uns Wissenschaftler ist das Ziel eines Choice-Experimentes zum einen herauszufinden, welche Produkteigenschaften besonders wichtig sind, und zum anderen Aussagen darüber zu treffen, für welche Produkte sich Bürger am ehesten entscheiden würden. Dafür stehen uns verschiedene Rechenmodelle zur Verfügung. Je nach  Modell  können so beispielsweise unterschiedliche Käufergruppen identifiziert und/oder Wahrscheinlichkeiten für den Produktkauf berechnet werden.