Institute of

Baltic Sea Fisheries

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Bedrohen Zonen ohne Sauerstoff („Todeszonen“) die Fischbestände in der Ostsee?

Frisch gefangener Ostseedorsch mit typischer Zeichnung und charakteristischer Bartel am Unterkiefer
Frisch gefangener Ostseedorsch mit typischer Zeichnung und charakteristischer Bartel am Unterkiefer (© Thünen-Institut/D. Stepputtis)

Sauerstoffarme Gebiete in den tiefen Becken der Ostsee gab es schon, bevor der Mensch die Küsten besiedelte. Allerdings haben sie durch den Eintrag von Nährstoffen aus Landwirtschaft und Verkehr noch zugenommen. Die Zonen sind auch nicht tot, sie werden z.B. von Bakterien besiedelt. Wirbeltiere können in diesen Gebieten aber nicht überleben.

Durch den Sauerstoffmangel in der Ostsee ist jedoch kein Bestand mariner Fische verendet. Aus fischereibiologischer Sicht haben sauerstoffarme oder –freie Zonen aber besonderen Einfluss auf die Entwicklung der Nachwuchsproduktion bestimmter mariner Fischarten (z. B. Dorsch und Plattfische): Für deren Ei- und Larvenentwicklung muss ausreichend Sauerstoff vorhanden sein, und die frühen Lebensstadien sind wenig beweglich. Adulte Meeresfische können dagegen in aller Regel Wasserkörpern mit geringem Sauerstoff­gehalt ausweichen, oder sie können Gebiete mit giftigen Schwefelwasserstoff­-Konzentrationen meiden.

Sauerstoffmangel hat also auf den vorhandenen Laicherbestand und damit die jetzigen Fischereimöglichkeiten wenig Einfluss, wohl aber auf den zukünftigen Ertrag. Die einzige direkte Möglichkeit, auf eine geringere Nachwuchsproduktion zu reagieren, ist die Reduzierung der Fangquoten. Indirekt versprechen Bemühungen, den Eintrag von Nährstoffen zu reduzieren, den größten Erfolg.

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