Institute of

Baltic Sea Fisheries

Altersbestimmung und Wachstum

Schauglas mit Dorschotolithen, sortiert nach Größe und geschätztem Alter
Schauglas zum Wachstum von Dorschotolithen (© Thünen-Institut/B. Büttner)

Fast alle Berechnungsmodelle benötigen alterstratifizierte Daten. Wir versuchen, die schwierige Altersbestimmung kontinuierlich zu verbessern.

Altersbasierte Bestandsmodelle benötigen sichere Abschätzungen zu den Anzahlen an 1, 2, 3 usw.-jährigen Fischen. Da Fische keinen Ausweis bei sich tragen, nutzen wir die Ringstrukturen in den Gehörsteinen (Otolithen), um das Alter eines Fisches zu bestimmen – genau wie bei Bäumen wird wenigstens theoretisch jedes Jahr genau ein Ring angelegt. Leider gibt es aber, insbesondere in der Ostsee mit den stark wechselnden Salzgehalten, auch „falsche“ Ringe, die nicht leicht zu erkennen sind. Was bislang fehlt ist eine unabhängige Validierung des Alters. Freilandexperimente mit markierten Jungfischen liefern wichtige Informationen für eine solche Validierung und damit für eine genaue Altersbestimmung kommerziell genutzter Fischbestände. Dafür injizieren wir eine Substanz, die der Fisch im Otolithen als fluoreszierendes Band einbaut. Wir analysieren dann die Otolithen wiedergefangener Fische. Außerdem erhalten wir durch die Wiederfänge wichtige Erkenntnisse zu den Rekrutierungsprozessen zwischen Postlarven, Jungfischen und den erwachsenen Tieren eines befischten Bestandes.