Institute of

Baltic Sea Fisheries

Management lebender Ressourcen

Ein Stellnetzfischer holt vor Tagesanbruch sein Netz mit Hilfe eines mechanischen Holers ein.
Ein Stellnetzfischer holt vor Tagesanbruch sein Netz mit Hilfe eines mechanischen Holers ein. (© Thünen-Institut/D. Stepputtis)

Die Politik erwartet von der Ressortforschung, dass sie die verschiedenen Möglichkeiten für Managemententscheidungen neutral aufzeigt. Die Grundlage für diese Optionen in Bezug auf das Management lebender Meeresressourcen bilden die Berechnungen und Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES). Das OF stellt derzeit den deutschen Vertreter im Ratgebenden Komitee des ICES (ACOM), das diese Empfehlungen verantwortet. Über die unmittelbare Erläuterung der Optionen hinaus zeigt die Wissenschaft aber Handlungsspielräume aus nationaler Sicht auf. Dem derzeitigen Zyklus der Gesetzgebung folgend, besteht der größte Beratungsbedarf für die Festsetzung der Höchstfangmengen für das jeweils folgende Jahr.

Zunehmend rücken aber längerfristige Perspektiven in den Focus der wissenschaftlichen Beratung. Das OF ist intensiv an der Entwicklung und Evaluierung von Mehrjahres-Bewirtschaftungsplänen beteiligt, z.B. für die beiden Dorschbestände der Ostsee. Die Schwerpunkte der nationalen Forschung, z.B. zum Laichzeittiming, zur Bestandstrennung und zu fischereitechnischen Fragestellungen, kann hier in den europäischen Kontext eingebracht werden.
Auch die Reform der gemeinsamen Fischereipolitik der EU 2014 erforderte ein hohes Maß an Beratung, vor allem in den Punkten, in denen sich die Bewirtschaftungsregeln fundamental änderten. Deutschland gehörte zu den starken Befürwortern eines Rückwurfverbotes, auch weil unsere Untersuchungen gezeigt haben, dass es durchaus umsetzbar ist. Nach dem Beschluss der Grundregeln ist es nun erforderlich, die Regeln zu präzisieren und Vorschläge für eine erfolgreiche Implementierung zu machen. Dafür entwickeln wir z.B. ein Elektronisches Monitoring-System, das die Einhaltung überprüfbar machen und gleichzeitig unsere Datenlage verbessern soll. Die reformierte GFP sieht außerdem eine Regionalisierung vor, deren Ausgestaltung aber noch unklar ist und eine Politikfolgenabschätzung erfordert.

Durch unser Monitoring haben wir festgestellt, dass im europäischen Vergleich die Entnahme von Dorsch durch die Freizeitfischerei nirgendwo größer als in der westlichen Ostsee. Wir entwickeln Maßnahmen zur Regulierung dieser Fischerei, die die Entnahme vorhersagbarer machen soll, aber die Fischerei dennoch so wenig wie möglich behindert. Denn die Angler sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in den Küstenregionen. Informationen zum Deutschen Meeresangelprogramm