Fischereiforscher erarbeiten Managementpläne

Press Release

Vorsichtiger Optimismus für die Fischbestände im Nordwest-Atlantik

Das Bild zeigt die Mitglieder des Wissenschaftsausschusses der Nordwestatlantischen Fischereiorganisation (NAFO)
Die Mitglieder des Wissenschaftsausschusses der Nordwestatlantischen Fischereiorganisation (NAFO) (© Thünen-Institut)

32 Jahre lang haben sie in Kanada getagt, nun waren sie das erste Mal in Deutschland: Die Mitglieder des Wissenschaftsausschusses der Nordwestatlantischen Fischereiorganisation NAFO trafen sich Mitte Juni 2011 zu ihrer Jahrestagung am Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Braunschweig.

20 Fischbestände zwischen der Nordostküste der USA und Kanadas und vor Grönland werden durch die NAFO bewirtschaftet. Dementsprechend dynamisch war das Sitzungsprogramm der Fischereiexperten aus 10 Ländern: Datenerhebungen aus den verschiedenen Staaten wurden zusammengestellt, Berichte verfasst, neue Erkenntnisse diskutiert und Managementpläne für die einzelnen Bestände erarbeitet. Um dies zu gewährleisten, hatten die Computerfachleute des vTI eine eigene Infrastruktur aufgebaut, damit die Forscher die gewaltigen Datenmengen untereinander austauschen und vor Ort bearbeiten konnten – Fischereiforschung eng vernetzt.

Die Arbeiten der Wissenschaftler sind brandaktuell, denn auf sie stützen sich die politischen Entscheidungen, wie die Fischbestände bewirtschaftet werden. Die Fischerei vor Kanada wurde 2010 für Kabeljau und Rotbarsch erstmalig wieder zugelassen. Trotz leichter Erholung der Bestände dürfen die Plattfischbestände der Rotzunge und der Doggerscharbe weiterhin nicht befischt werden. Für den Schwarzen Heilbutt ist ein Managementplan erarbeitet worden, Pläne für Kabeljau und Doggerscharbe werden noch 2011 vorgestellt.

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Workshops lag in der Betrachtung, wie sich die Fischerei auf das gesamte Ökosystem auswirkt. Ziel ist es, bei nachhaltiger Nutzung die Folgen für das marine Ökosystem zu minimieren. Hier stehen die empfindlichen Hochseehabitate wie zum Beispiel Seeberge im Vordergrund. Schiffsbewegungen als Maß für den Fischerei-aufwand werden satellitengestützt ausgewertet. Befragt nach den Aussichten für die Fischbestände im Nordwest-Atlantik zeigte sich der Organisator des Arbeitstreffens, Dr. Heino Fock vom vTI-Institut für Seefischerei, vorsichtig optimistisch.

Doch warum trafen sich die Fischereiforscher in diesem Jahr gerade in Deutschland? Heino Fock: „Durch die Vergabe der Jahrestagung an das Johann Heinrich von Thünen-Institut hat die NAFO die jahrzehntelange Grönlandforschung Deutschlands als wesentlichen Bestandteil der bestandskundlichen Auswertungen und Ökosystem-Untersuchungen gewürdigt.“ Also durchaus eine große Ehre. Fast zwei Wochen tagten die Fischereiexperten – um das immense Programm zu stemmen, auch am Wochenende. Wissenschaftliches Arbeiten in konzentriertester Form!

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Gruppenfoto (© Thünen-Institut)