Bremerhaven: „Kunst am Bau“-Wettbewerb entschieden

Der Neubau der beiden Thünen-Institute für Seefischerei und für Fischereiökologie in Bremerhaven setzt einen markanten optischen Akzent im Gebiet des Fischereihafens. Jetzt stehen auch die Siegerinnen und Sieger des „Kunst am Bau“-Wettbewerbs für den Neubau fest: Das Preisgericht hat drei gleichrangige Preise an die Künstler Masayuki Akiyoshi, Hester Oerlemans und Gabriele Obermaier vergeben. Der Entwurf der Münchner Künstlerin Gabriele Obermaier wurde zur Realisierung empfohlen und soll bis August 2018 vor Ort realisiert werden.


„UWO_1-8“ bei Tag (oben) und bei Nacht (unten) von Gabriele Obermaier, für das Foyer im Erdgeschoss (© )

Die Arbeit von Gabriele Obermaier mit dem Titel „UWO__1-8“ besteht aus mehreren silbern schimmernden „Unterwasserobjekten“, die in lockerer Verteilung an den Wänden des Foyers angeordnet sind. Die Objekte in unterschiedlichen Formaten und unterschiedlichen Detaillierungsgraden werden aus Aluminiumguss gefertigt. „Tagsüber haben die abstrakten Formationen einen pastellfarbigen Randbereich. Nachts, wenn das Licht gelöscht ist, erscheint ein ‚second live‘. Die Plastizität der Objekte tritt zurück und die Farben beginnen zu glühen. Die Reliefs visualisieren und würdigen diverse tatsächliche oder vermutete Eigenschaften von Lebewesen unter Wasser.“

„Panta rhei“ von Masayuki Akiyoshi, für das Foyer im Erdgeschoss (© )

Masayuki Akiyoshi schlägt mit seiner Arbeit „panta rhei“ eine von der Foyerdecke abgehängte Installation aus Edelstahlbändern vor, die zu gewundenen Spiralen zu einer Kreisform mit einem Durchmesser von sieben Metern miteinander verwoben werden. Der Entwurf „vermittelt als komplexe Kreisform den Eindruck einer durch das Material glitzernden, fließenden, strömenden und wirbelnden Bewegung von Wasser und erinnert entfernt an einen kreisenden Schwarm von silbernen Fischleibern.“

„Das Tosen der Posen“ von Hester Oerlemans, für das Foyer im Erdgeschoss (© )

Beim Entwurf „Das Tosen der Posen“ von Hester Oerlemans begegnen dem Betrachter sechs schlanke Objekte in Form von stark vergrößerten Angelposen, die sich im Foyer verteilen. Die Arbeit will „eine künstlerische Anregung zur Reflektion über Verhältnisse und Verhältnismäßigkeiten unterbreiten“. Dabei fungiert die Angelpose „als ein Indikator für das eigentlich Unsichtbare – das, was unserem Auge verborgen bleibt, soll über der Wasseroberfläche sichtbar gemacht werden.“

Auslober des Wettbewerbs war die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Abstimmung mit dem Nutzer. Mit der Wettbewerbssteuerung wurde Bundesbau bei Immobilien Bremen AöR beauftragt.

Der Institutsneubau wurde nach Plänen des Berliner Architekturbüros Staab Architekten GmbH Ende November 2017 fertiggestellt. Für die Realisierung der Kunst am Bau steht eine Summe von brutto 150.000 Euro zur Verfügung.

Am vorgeschalteten Bewerbungsverfahren hatten sich 296 Künstlerinnen und Künstler beteiligt, von denen folgende sieben Künstlerinnen und Künstler zum Wettbewerb eingeladen worden sind: Masayuki Akiyoshi (München), Dietrich Heller (Bremen), M+M, Martin De Mattia und Marc Weis (München), Reiner Maria Matysik (Berlin), Gabriele Obermaier (München), Hester Oerlemans (Berlin) und Michael Sailstorfer (Berlin).

Ausstellungseröffnung am 19. Januar 2018

Die sieben Wettbewerbsarbeiten werden vom 19. Januar bis 2. Februar 2018 von 9:00 bis 15:00 Uhr (am Wochenende geschlossen) im Foyer des Thünen-Instituts, Institut für Fischereiökologie und Institut für Seefischerei, Herwigstraße 31 in 27572 Bremerhaven öffentlich ausgestellt.