Institute of

Fisheries Ecology

Mikroplastikfasern: (Un-)sichtbar und überall

Fischlarve bei der Aufnahme einer Faser (© Anja Rebelein)

Mikroplastik finden wir überall in unserer Umwelt: in Böden, in Flüssen, Meeren, aber auch in der Luft und in Organismen. Ein großer Teil davon sind zweifelsfrei Fasern und faserartige Strukturen, wie neuere Berichte und Studien zeigen. Eine häufige Quelle sind Textilprodukten. Fasern gelangen bei der Produktion, der Nutzung, und auch beim Waschen der Textilprodukte in die Umwelt. Dort können sie z.B. durch die Luft oder durch Abwässer in Flüsse, Seen und Meere gelangen.

Bisher wurde der Anteil von Fasern an der Mikroplastik-Problematik oft unterschätzt, da spezielle Techniken für die Beprobung und die Analytik im Labor nötig sind, um präzise Aussagen über Vorkommen und die Charakterisierung der Fasern zu machen. Neuere Fortschritte in der Analytik der Mikroplastikforschung offenbarten die Bedeutung von Fasern bei der Verschmutzung unserer Umwelt mit Mikroplastik. Gegenwärtig ist bereits bekannt, dass Organismen Mikroplastikfasern aus der Umwelt aufnehmen können und dass diese Fasern manche Organismen beeinträchtigen. Auswirkungen der aufgenommenen Fasern können u.a. eine verringerte Nahrungsaufnahme, strukturelle Schäden an Geweben und biochemische Stressreaktionen sein.

Angesichts des Ausmaßes und der Bedeutung von Fasern an der Mikroplastik-Belastung der Umwelt, werden am Thünen-Institut für Fischereiökologie Analysen zu Auswirkungen von Mikroplastikfasern in Gewässern auf die Tierwelt – insbesondere Fische – im Projekt PlasM untersucht.