Institut für

Waldökosysteme

Programmkoordinierungszentrum (PCC) des Internationalen Kooperationsprogramms Wälder (ICP Forests)

In den 1980er-Jahren wurde eine zunehmende Verschlechterung des Kronenzustands von Bäumen in europäischen Wäldern beobachtet. Der vermutete Zusammenhang mit der damals sehr hohen Luftverschmutzung (insbesondere durch Schwefeldioxid) führte im Jahr 1985 zur Verabschiedung des Internationalen Kooperationsprogramms Wälder (ICP Forests) unter dem Genfer Luftreinhalteabkommen (UNECE Air Convention), welches derzeit 42 Mitgliedsländer umfasst. 

Die jährliche europaweite Aufnahme des Kronenzustands der Waldbäume auf über 5500 Flächen wird etwa alle 10-15 Jahre ergänzt durch Untersuchungen der Waldböden und des Nährstoffhaushalts der Bäume (Level I).

Für das Verständnis von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen wird seit 1995 europaweit auf über 600 Flächen zusätzlich das intensive Level II-Monitoring durchgeführt. In dessen Rahmen werden in zum Teil hoher zeitlicher Auflösung Daten über Luftqualität, Schadstoffeintrag über das Niederschlagswasser (Deposition), Bodenlösung, Witterung, Bodenvegetation, Zuwachs, Phänologie, Streufall und zu sichtbaren Ozonschäden erfasst, um den Zustand der Wälder und seine Veränderung zu erfassen.

Deutschland ist das Vorsitzland von ICP Forests. Das ICP Forests Programmkoordinierungszentrum (PCC) am Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde ist für die Programmkoordination sowie für die Datenverwaltung zuständig. Das PCC gibt auch das umfangreiche ICP Forests-Handbuch heraus und veröffentlicht wissenschaftliche Arbeiten und Broschüren für die breite Öffentlichkeit und zur Politikberatung.

Weitere Informationen (nur auf Englisch) finden Sie unter: http://icp-forests.net/

Mittlerer Blattverlust aller Baumarten im Jahr 2019, dargestellt in den Klassen: kein (blau), leichter (grün), mäßiger (orange und rot), starker (schwarz) Blattverlust. (© PCC)