Institut für

Waldökosysteme

Wildtierökologie

Hirschkuh mit Halsbandsender
Hirschkuh mit Halsbandsender (© Frank Tottewitz)

Wie können Wald und Wild in Einklang miteinander gebracht werden? Wir suchen nach optimierten Lösungen für ein Wildtiermanagement, die den Ansprüchen an Waldschutz, Artenschutz und Tierseuchenprophylaxe gerecht werden.

Durch den Anstieg von Wildtierbeständen wie z.B. bei Schwarzwild, Rehwild und Rotwild in Deutschland und anderen Staaten Europas hat sich der Konflikt zwischen Wald- und Wildtierbewirtschaftung verschärft. Zur Lösung dieses Konfliktes stellen wir deutschlandweit Daten zu ausgewählten Wildtierpopulationen zusammen, analysieren und bewerten diese, um neue Managementstrategien zu entwickeln. Mithilfe von nahezu 100 GPS-besenderten Rothirschen erforschen wir das Raum-Zeit-Verhalten dieser Leitwildart in unseren Kulturlandschaften und Schutzgebieten. Kartierungen der bevorzugten Aufenthaltsorte liefern wichtige Hinweise zur Lebensraumnutzung hinsichtlich Nahrung und Deckung. Aus den Ergebnissen entwickeln wir Konzepte für ein artgerechtes Wildtiermanagements, das Wald- und Wildtierschutz gleichermaßen berücksichtigt.

Neu eingewanderte Tierarten wie Marderhund, Waschbär und Mink haben einen Einfluss auf die Populationen einheimischer Wildtierarten. Eine inzwischen 25-jährige Langzeitstudie zur Populationsentwicklung des Rotfuchses auf der Insel Rügen ermöglicht uns, Konkurrenz und Wechselbeziehungen von Marderhund und Fuchs zu untersuchen. Statistiken zur Bestandsentwicklung ausgewählter Wildtierarten und die Erfassung von Jagdstrecken liefern wichtige Grundlagen zur Schätzung von Wildtierbeständen. Wir befassen uns mit der Weiterentwicklung von Aufnahme- und Berichtsverfahren, um bestmögliche Grundlagen für die Politikberatung sowie für die Berichterstattung im Rahmen internationaler Abkommen zum Artenschutz zu erhalten.