Institut für

Waldökosysteme

Freiland - Trockenlabor

Prinzipskizze des Freilandlabors mit acht Lysimetern und dem fahrbaren Dach
Prinzipskizze des Freilandlabors mit acht Lysimetern und dem fahrbaren Dach (© Dr. Jürgen Müller)

Das Freiland-Trockenlabor („Drylab“) ist ein Experimentallabor, mit dem sich unter Freilandbedingungen untersuchen lässt, wie junge Waldbäume auf Trockenheit reagieren. Damit können wir Wissenschaftler eine wichtige Auswirkung des Klimawandels - zunehmende Sommertrockenheit - simulieren.

Das Drylab ist eine Anlage von acht Bodensäulen mit jeweils zwei Quadratmetern Oberfläche, die mit Bodensubstrat gefüllt und, isoliert vom umgebenden Boden, ebenerdig in das Freiland eingelassen sind. In jede Bodensäule können mehrere junge Bäume gepflanzt werden. Mithilfe eines verschiebbaren, lichtdurchlässigen Daches lassen sich kontrollierte Trockenheitsbedingungen herstellen. Unter der Erde verbirgt sich jede Menge HighTech: Feuchtigkeitssensoren messen an zahlreichen Punkten den Wassergehalt im Boden. In 8 Röhrchen pro Lysimeter fahren spezielle Kameras auf und ab, um das Wurzelwachstum sichtbar zu machen. Besonders hiervon erhoffen die Wissenschaftler einen echten Erkenntniszuwachs, denn die Reaktion der Feinwurzeln auf Trockenheit ist bislang wenig erforscht.

Für den ersten Versuchsdurchgang wurde das Drylab mit jungen Rotbuchen aus Deutschland und Polen bestückt, die an unterschiedliche klimatische Verhältnisse angepasst sind. Die Rotbuche ist in Deutschland die wichtigste Baumart in naturnahen Wäldern und spielt für künftige Waldwirtschaft eine zentrale Rolle. Mit dem Versuch wollen wir testen, welche Buchenherkünfte am besten mit den Klimaverhältnissen der Zukunft zurechtkommen. Gerade junge Bäume haben eine besondere Aussagekraft, da sie am schnellsten wachsen, aber auch mit ihrem flachen Wurzelsystem am empfindlichsten sind. Der Versuch ist auf rund fünf Jahre angelegt.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Drylab wird in Kooperation mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung eine moderne Klimastation des Wetterdienstleisters Meteomedia (Station Eberswalde) betrieben, die wichtige Referenzwerte für die Trockenheitssimulationen liefert.

Mit der Anlage lassen sich realitätsnahe Aussagen zur zukünftigen Gefährdung heutiger Wälder machen und Strategien zur Anpassung an die erwarteten Klimaänderungen entwickeln. Die Ergebnisse sind von zentralem Interesse für die deutsche Forstwirtschaft und für forstpolitische Entscheidungen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft  (BMEL), zu dessen Ressortbereich das Thünen-Institut gehört.