Institut für

Waldökosysteme

Bundeswaldinventur (BWI)

Messung des Durchmessers mit dem Bandmaß
Messung des Durchmessers mit dem Bandmaß (© Christina Waitkus)

Die Bundeswaldinventur (BWI)

Die Bundeswaldinventur liefert auf Stichprobenbasis Daten über den Zustand und die Entwicklung des Waldes in Deutschland. In einem Turnus von zehn Jahren vermessen Inventurtrupps an permanenten Probepunkten Bäume im Wald und erheben viele weitere Merkmale. Aus den umfangreichen Daten berechnen wir statistische Angaben über die Waldfläche, die Baumarten-Vielfalt, den Altersaufbau der Wälder, Holzvorrat und Holznutzung. Seit 1995 koordinieren wir die Bundeswaldinventur wissenschaftlich. Wir entwickeln zusammen mit Fachleuten der Länder das Inventurverfahren weiter, organisieren das Datenmanagement und werten die Inventur aus.

Als zentrales Kontroll- und Monitoringinstrument ist die Bundeswaldinventur eine wichtige Grundlage für Entscheidungen von Politik und Wirtschaft. Es geht zum Beispiel um die Herausforderungen des Klimawandels und der damit verbundenen Frage: Welcher Wald ist zukunftsfähig? Oder darum: Wie viel Holz kann im Sinne einer nachhaltigen Waldwirtschaft genutzt werden? Zudem sind die Daten fester Bestandteil von internationalen Berichten wie dem Kyoto-Protokoll und der Klimarahmenkonvention.

Die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur sind im Internet auf www.bundeswaldinventur.de sowie auf unserem Webportal bwi.info  frei zugänglich. Insbesondere Fachinteressierte können eine Fülle an Ergebnissen recherchieren und in Tabellen, Grafiken und Karten darstellen.

BWI-Karten

 Zustand

Flächenanteile BWI-2012 Punktkarten zum Zustand (1) - Flächenanteile
Baumgattungen BWI-2012 Punktkarten zum Zustand (3) - Baumgattungen
Methodik BWI-2012 Punktkarten zum Zustand (9) - Methodik

Veränderung

Flächenanteile BWI-2002-2012 Punktkarten zur Veränderung (1) - Flächenanteile
Baumgattungen BWI-2002-2012 Punktkarten zur Veränderung (3) - Baumgattungen
Methodik BWI-2002-2012 Punktkarten zur Veränderung (9) - Methodik

Wuchgebiete

Wuchgebiete Bundeswaldinventur Bundeswaldinventur 2012 nach Wuchsgebieten

Wie werden die Daten erhoben?

Stichprobennetz in Deutschland
Stichprobennetz in Deutschland (© BMEL)

Bevor Inventurtrupps im Wald Daten erheben, evaluieren Wissenschaftler des Thünen-Institutes für Waldökosysteme und Experten der Länder das bisherige Inventurverfahren und passen es an die neuen Anforderungen an. Sie legen fest, welche Daten wie zu erfassen sind, um möglichst viele Fragestellungen repräsentativ und unverzerrt beantworten zu können.

Auch technischer Fortschritt, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Fragestellungen müssen berücksichtigt werden. So wurde zum Beispiel die Aufnahmeschwelle für Totholz gesenkt und die Erfassung der Waldlebensraumtypen neu eingeführt. Dazu war es zudem notwendig den finanziellen und zeitlichen Mehrbedarf in einer Vorabstudie zu schätzen. Jede Minute Mehraufwand am Probepunkt erfordert für die gesamte Inventur ein zusätzliches Personen-Arbeitsjahr.

Die Erhebungen führten Inventurtrupps der Länder an zufällig ausgewählten Stichprobenpunkten durch. Diese befinden sich in einem systematischen Stichprobennetz, das ganz Deutschland in einem Raster von 4 x 4 Kilometern überzieht. In einigen Ländern ist das Netz verdichtet auf 2,83 km x 2,83 km bzw. 2 km x 2 km. An jedem Rasterpunkt, der sich in einer Waldfläche befindet, erfassten die Trupps unter anderem die Baumart, Durchmesser und Höhe von ausgewählten Probebäumen sowie Daten zum Bestockungsaufbau und zum Totholz. Insgesamt wurden über 150 Merkmale aufgenommen.

Datenerfassung

Operatives Datenmanagementsystem − Datenerfassung der dritten Bundeswaldinventur

Schwerpunkt:

Die Daten der dritten Bundeswaldinventur wurden schon während der Datenerhebungsphase (2010-2012) gut strukturiert und in hoher Datenqualität abgespeichert. Ein wichtiges Prinzip für die Sicherung der Datenqualität ist die Prüfung der Daten direkt bei der Datenerhebung. Die Datenbanken wurden vorinitialisiert, so dass bekannte Objekte (Flächen, Probebäume etc.) wiedergefunden, eindeutig identifiziert und geprüft werden können. Die Datenerfassungssoftware beinhaltet Eingabemasken, Prüfroutinen und viele Servicefunktionen, um die Arbeiten während der Datenerhebungsphase möglichst effizient zu gestalten.

Technologie:

  • Zentrale Datenhaltung in einer MSSQL-Datenbank
  • Online-Client für Inventurleiter (Bund, Länder)
  • Offline-Client für Aufnahme- und Kontrolltrupps auf mobilen Datenerfassungsgeräten
  • Datensynchronisation zwischen zentraler Datenbank und mobilen Datenerfassungsgeräten über das Internet

Die Datenbanken und Software wurden in Zusammenarbeit mit der Firma EDV Beratung Nüssler GmbH entwickelt. Technische Unterstützung erhält das Projekt von der zentralen IT-Abteilung des Thünen-Instituts in Braunschweig. Dort werden die für dieses Projekt eingesetzten zwei Server (Datenbank- und Applikationsserver) netzwerk- und sicherheitstechnisch betreut.

Datenauswertung

Operatives Datenmanagementsystem − Auswertung der dritten Bundeswaldinventur

Schwerpunkt:

Erstellung von Software für die Auswertung der Daten der dritten Bundeswaldinventur

Bereitstellung von Ergebnissen:

  • zum Zustand der Wälder 2012
  • zur Veränderung (Bilanz, Zuwachs, Abgang)
    - gegenüber BWI 2002 
    - gegenüber Kohlenstoffinventar 2008

Etappen:

  • Ableiten von Merkmalen, die während der BWI 2012 nicht direkt erhoben worden sind z.B. Standflächen und Volumina von Bäumen
  • Hochrechnen 
    - Datenübergabe an das Hochrechnungsprogramm 
    - Hochrechnen der Daten 
    - Archivieren der Ergebnisse in Ergebnisdatenbanken
  • Recherche und Präsentation der Ergebnisse im Internet

Technologie:

  • Zentrale Datenhaltung in einer MSSQL-Datenbank
  • Prozeduren, Funktionen innerhalb SQL-Server, DLLs
  • .NET-Applikationen
  • Web-Präsentation
  • Web-Services

Inventurzeitpunkte

Seit dem Jahre 2010 hat die Bundeswaldinventur eine neue gesetzliche Grundlage. Nach §41a des Bundeswaldgesetzes ist eine bundesweite Erhebung alle zehn Jahre durchzuführen.

Überblick über Inventurzeitpunkte der BWI:

  • 1986-1991         Erste Bundeswaldinventur (Stichjahr 1987)
  • 2000-2002         Zweite Bundeswaldinventur (Stichjahr 2002)
  • 2008                  Inventurstudie 2008
  • 2011-2012         Dritte Bundeswaldinventur (Stichjahr 2012)

Organisation / Administration

Die Bundeswaldinventur ist ein von Bund und Ländern gemeinsam getragenes Projekt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat das Thünen-Institut für Waldökosysteme mit der Bundesinventurleitung beauftragt. Das Thünen-Institut für Waldökosysteme entwickelt in enger Zusammenarbeit mit den Ländern die Aufnahme- und Erhebungsmethodik und das Datenmanagement, schult die Inventurtrupps und wertet die Ergebnisse bundesweit aus. Die Länder erfassen die Daten.

Links

Nähere Informationen sowie Ergebnisse zur Bundeswaldinventur finden Sie unter:

Die Vermessung des Waldes