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Neuer Artikel über Zahlungen für Umweltleistungen

Aktuell

Zahlungen für Umweltleistungen sollen u.a. Entwaldung verhindern. Führen sie aber tatsächlich zu messbarem zusätzlichem Schutz, oder verlagern sie das Problem nur? Wir sind dieser Frage am Beispiel Ecuadors nachgegangen.

(© Paul Eguiguren)

Zahlungen für Umweltleistungen (Payments for Environmental Services, PES) sind finanzielle Anreizinstrumente, die für den Waldschutz eingesetzt werden. Ihre Wirkung auf die Verringerung der Entwaldung kann jedoch durch vernachlässigbare Zusätzlichkeits- und durch Verlagerungseffekte abgeschwächt werden; Ersteres bezieht sich auf geringe Nettoentwaldungsraten auch ohne das Instrument, Zweiteres auf die Verlagerung des Entwaldungsverhaltens in andere Gebiete, die nicht unter das Instrument fallen.

Im Falle Ecuadors untersuchen wir beide Aspekte nicht nur in ausgewählten PES-Gebieten, sondern auch in deren Umgebung. Wir vergleichen die Entwaldung vor und nach Einführung eines PES-Programms und zeigen, dass PES in den erfassten Gebieten nur geringe Auswirkungen auf die Erhaltung der Wälder hatte, mit einem durchschnittlichen Unterschied in den Nettoentwaldungsraten von 0,02 Prozentpunkten über einen Zeitraum von 28 Jahren.

In Gebieten, in denen PES eingeführt wurden, sind die jährlichen Nettoabholzungsraten niedriger als in Gebieten, in denen sie nicht eingeführt wurden, wenn auch nur geringfügig, und es gibt auch Hinweise darauf, dass die Entwaldung in angrenzenden Gebieten nach der Einführung von PES zurückging. Unsere Ergebnisse lassen den Verdacht aufkommen, dass die Auswahl der PES-Gebiete auch durch Selbstselektion beeinflusst worden sein könnte.

  • Gordillo Vera F, Eguiguren P, Köthke M, Ferrer Velasco R, Elsasser P (2021) Additionality and leakage resulting from PES implementation? Evidence from the Ecuadorian Amazonia. Forests 12(7):906, DOI:10.3390/f12070906 PDF Dokument (nicht barrierefrei) 3703 KB