Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)

1948 – 1968

In Braunschweig wurde 1947 auf einem weitläufigen Gelände, das zuvor für die Luftfahrtforschung des Deutschen Reiches genutzt worden war, die Forschungsanstalt für Landwirtschaft Braunschweig-Völkenrode (FAL) errichtet. Zunächst ab September 1949 eine Anstalt des öffentlichen Rechts des Landes Niedersachsen, wurde die FAL am 1. Juli 1966 in die Zuständigkeit des Bundes überführt. Seit 1977 hieß sie Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL).

Die Gründung der FAL erfolgte vor dem Hintergrund der mangelhaften Ernährungslage infolge des Zweiten Weltkriegs. Charakteristisch war das breite Themenspektrum unter einem Dach, das die vier Forschungsfelder Boden/Pflanze, Tier, Technik und Ökonomie umfasste. Die Forschungsthemen der FAL orientierten sich immer am jeweils aktuellen politischen Entscheidungshilfebedarf. Die sich ändernden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussten auch die Landwirtschaft und spiegelten sich in den jeweiligen Forschungsschwerpunkten sowie der Zahl und Ausrichtung der Institute wider. 

War in der Mangelsituation nach dem Zweiten Weltkrieg in erster Linie die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und die Nutzung aller Ressourcen Ziel der landwirtschaftlichen Forschung, so kamen mit steigendem Wohlstand zunächst Fragen zur Produktqualität und dann zur Prozessqualität bei der Erzeugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse als Forschungsaufgaben hinzu.

1969 – 1989

Nachdem die FAL 1966 in die Zuständigkeit des Bundes überführt worden war, erfuhr sie im Jahr 1974 durch die Übernahme des Instituts für Tierzucht und Tierernährung der Max-Planck-Gesellschaft und der Eingliederung der Bundesforschungsanstalt für Kleintierzucht eine deutliche Ausweitung ihrer Aktivitäten. Der Forschungsbereich Pflanze wurde um die pflanzliche Züchtungsforschung erweitert. Die zunehmende Bedeutung des Umweltschutzes führte unter anderem zur Gründung des Instituts für Produktions- und Ökotoxikologie 1980.

Die Internationalisierung der Märkte, die steigenden Kosten der EU-Agrarpolitik und der Überschussproduktion oder auch die Auswirkungen der 1984 eingeführten Milchquote waren wichtige Themen der ökonomisch ausgerichteten FAL-Institute, deren Forschungsergebnisse unmittelbar in den Beratungsbedarf des Ministeriums einflossen.

1989 – 1992 Deutsche Einheit

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde 1992 im brandenburgischen Müncheberg das FAL-Institut für agrarrelevante Klimaforschung gegründet. Korrespondierend zur Gründung der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) wurde an der FAL die pflanzliche Züchtungsforschung schrittweise zurückgefahren.

1992 – 2007

Im Zuge von Sparmaßnahmen und Personalkürzungen verschlankte die FAL in der zweiten Hälfte der 1990er Jahren ihre Institutsstruktur. So gingen im Forschungsbereich Boden/Pflanze die Institute für agrarrelevante Klimaforschung, für Bodenbiologie und für Produktions- und Ökotoxikologie in einem neuen Institut für Agrarökologie auf; auch die Zahl der Technik-Institute reduzierte sich von vier auf drei und schließlich auf zwei.

Veränderte Schwerpunktsetzungen in der Landwirtschaftspolitik, die durch die BSE-Krise 2001 forciert wurden, führten zu einer Stärkung des Verbraucherschutzes, der Lebensmittelsicherheit, des Tierschutzes sowie zu einer Förderung des Ökologischen Landbaus. Korrespondierend dazu wurden in der FAL Ende 2000 das Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst und 2002 das Institut für Tierschutz und Tierhaltung in Celle gegründet. Die sozioökonomische Forschung zur Entwicklung ländlicher Räume erfolgte ab 2004 in einem eigenen Institut für Ländliche Räume; zuvor wurde dieses Forschungsgebiet in anderer Form im Bereich Ökonomie der FAL bearbeitet.