Weiter zum Inhalt
Dossier

Methoden der Verbraucher- und Gesellschaftsforschung

Von Marie von Meyer-Höfer und Peter Elsasser | 29.06.2022


MA Institut für Marktanalyse
WF Institut für Waldwirtschaft

Was bewegt Verbraucherinnen und Verbraucher zu ihren Kaufentscheidungen? Welche Meinungen und Präferenzen haben sie, und welches Wissen bringen sie mit? Um dies in Erfahrung zu bringen, sind sozialwissenschaftliche Befragungen unverzichtbar.

In der Verbraucherforschung werden unterschiedliche Befragungsmethoden angewendet, um relevante Informationen über die Gesellschaft sowie Konsumentinnen und Konsumenten zu erheben.

Am Anfang jedes Forschungsprozesses steht eine Fragestellung, die untersucht werden soll. Vor dem Hintergrund dieser Fragestellung wird eine jeweils geeignete spezifische Methode (oder mehrere) ausgewählt. Es folgen Konzept und Durchführung der Datenerhebung sowie die anschließende Analyse, Zusammenfassung und Interpretation der Daten im Kontext der jeweiligen Forschungsfrage.

Die Befragungsmethoden, die in der Verbraucherforschung zum Einsatz kommen, lassen sich der qualitativen oder der quantitativen Forschungstradition zuordnen. Da beide Traditionen spezifische Vorteile aufweisen, empfiehlt sich je nach Fragestellung und Untersuchungsziel eher eine qualitative oder eine quantitative Herangehensweise. Häufig werden auch qualitative und quantitative Methoden in einem Mixed-Methods-Design miteinander kombiniert.

Quantitative Befragungen werden zur standardisierten Erhebung von Informationen eingesetzt. Ziel ist es, Daten zu gewinnen, die für eine bestimmte Grundgesamtheit repräsentativ sind.

Bei den erhobenen Informationen handelt es sich in der Regel um zählbare Daten, die mit Hilfe verschiedener statistischer Auswertungsverfahren analysiert werden. Auf Basis dieser Analysen können dann zusammenfassende, allgemeingültige Aussagen über Verbraucherinnen und Verbraucher oder Verbrauchergruppen getroffen werden. Häufig eingesetzte Formate sind:

Bei qualitativen Ansätzen geht es weniger darum, möglichst viele Informationen zu sammeln, um auf Basis einer Stichprobe repräsentative Aussagen zu treffen. Vielmehr zielen diese Befragungsmethoden auf das Rekonstruieren gesellschaftlicher Strukturen und Sinnzusammenhänge ab und ermöglichen so ein tiefergehendes Verständnis in Bezug auf die Forschungsfrage.

Im Rahmen von Gruppendiskussionen haben wir beispielsweise oftmals die Aussage gehört, dass landwirtschaftliche Nutztiere generell zu viele Medikamente, vor allem Antibiotika, erhalten würden. Durch gezieltes Nachfragen konnten wir schließlich ermitteln, dass damit ausschließlich der vorbeugende Medikamenteneinsatz gemeint war. Die medikamentöse Behandlung kranker Tiere wurde dagegen  befürwortet, wenn notwendige Antibiotika zum Einsatz gekommen waren.

Weitere qualitative Ansätze sind:

Expertise – Unsere Methoden

Standardisierte Befragung

Befragungen gelten als „Königsweg“ der Sozialforschung. Sie können online, per Brief, am Telefon oder im direkten persönlichen Kontakt durchgeführt werden.

Mehr erfahren
Standardisierte Befragung

Choice-Experiment

Mit Choice-Experimenten, zu deutsch: Auswahlexperimenten, lässt sich ermitteln, wie viel ein bestimmtes Gut den Menschen wert ist, und welchen Anteil daran die einzelnen Eigenschaften dieses Gutes haben. Das funktioniert für Produkte, die auf Märkten gehandelt werden, genauso gut wie für Umweltgüter, für die es keine Märkte gibt.

Mehr erfahren
Choice-Experiment

Kontingente Bewertung

Die kontingente Bewertungsmethode ist eine von mehreren Möglichkeiten, Präferenzen und Zahlungsbereitschaften von Verbrauchern für Produkte und bestimmte Produkteigenschaften zu ermitteln.

Mehr erfahren
Kontingente Bewertung

Gruppendiskussion

Die Gruppendiskussion ist eine qualitative Erhebungsmethode. Unter der Anleitung eines Moderators diskutieren mehrere Personen, die sich in der Regel nicht kennen, ein bestimmtes Thema.

Mehr erfahren
Gruppendiskussion

Zukunftswerkstatt

Zukunftswerkstätten haben sich bereits in vielen Politikbereichen als erfolgreich erwiesen, wenn es gilt, unterschiedliche Interessensgruppen zu gesellschaftlich relevanten Fragestellungen in eine innovative Weiterentwicklung einzubeziehen.

Mehr erfahren
Zukunftswerkstatt

Nach oben