Amerikanische und europäische Herkünfte der Rot-Eiche in Deutschland

Expertise

Blätter der Roteiche

Die Rot-Eiche (Quercus rubra L.) ist mit einer Fläche von 43.960 ha (0,4 % der Waldfläche) die häufigste nichtheimische Baumart. Da über die Variation innerhalb dieser Art wenig bekannt ist, wurden im Jahr 1991 vier Herkunftsversuche mit zweijährigen Rot-Eichen in Lübeck (Schleswig-Holstein), Wächtersbach (Hessen), Waldsieversdorf (Brandenburg) und Nordhorn (Niedersachsen) angelegt. Das Pflanzgut von 15 amerikanischen und 12 europäischen – überwiegend deutschen – Herkünften zogen wir in der Institutsbaumschule in Großhansdorf an.

Auf den Flächen wurden die Überlebensraten, biotische und abiotische Schäden aufgenommen sowie Höhen- und Durchmesserwachstum gemessen. Beim Höhenwachstum traten signifikante Unterschiede zwischen den Flächen im Alter von 10 Jahren auf. Die Herkünfte unterschieden sich sowohl im Wachstum als auch in der Qualität. Dabei übertrafen die meisten europäischen Herkünfte die originalen amerikanischen in der Wuchsleistung. Die phänologischen Merkmale Austrieb und Laubverfärbung, die in mehreren Jahren erfasst wurden, sind korreliert. Ebenso besteht ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Rindenbrand und der Ausformung der Stämme. 

Ein höherer Anteil an Rot-Eiche im Wald kann die Ertragsleistung steigern. Durch das gute Jugendwachstum der Rot-Eiche lässt sich bereits mittelfristig das Holzaufkommen erhöhen. Die Baumart unterliegt dem Forstvermehrungsgut-Gesetz. Vermehrungsgut dieser Art sollte in wüchsigen, qualitativ hochwertigen Beständen in Deutschland gewonnen werden. Saatgutimporte aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet (südliche bzw. nordwestliche USA und Kanada) lassen keine weitere Ertragssteigerung erwarten.