Bäume nach Maß

Dossier

Versuchsflächen in Waldsieversdorf

Mit dem Schwinden fossiler Ressourcen endet auch das Zeitalter der Kunststoffe – zumindest werden viele auf Erdöl basierende Grundstoffe an Bedeutung verlieren. An ihre Stelle könnten aus Biomasse gewonnene treten, Zellulosen und Lignozellulosen aus Holz und Holzresten zum Beispiel. Der Bedarf an Holz wird entsprechend wachsen. Vor 50 Jahren schien absehbar, dass Holz gegenüber den Kunststoffen mit ihren berechenbaren Eigenschaften seine ökonomische Stellung verlieren würde. Jetzt macht der Naturstoff auf vielen Feldern Karriere: als Energieträger, beim Bau, bei Innenausstattungen. Die Nachfrage wächst - der Raubbau etwa an den Tropenwälden wird bedrohlich. Gibt es einen Ausweg? Wie könnten zum Beispiel Plantagen der Zukunft den Druck auf die natürlichen Ressourcen mindern?

Während bei fast allen Kulturpflanzen die Möglichkeiten der Zucht besonders ertragreicher und auf spezielle Eigenschaften optimierter Sorten ausgereizt sind, haben Gehölze darin enorme, noch unerschlossene Potentiale. Bäume mit besonders geraden Stämmen und wenigen Ästen ließen sich züchten, oder schnellwüchsige Arten, die in kurzer Zeit viel Biomasse bilden. Andere Zuchtlinien könnten auf frühzeitige Blüte und Samenbildung zielen oder Resistenzen gegen Schädlinge fördern.