Konventionelle Schweinehaltung

Hintergrund

Der Schwerpunkt der Schweinefleischproduktion liegt in Deutschland seit einigen Jahren auf der Schweinemast. Von den rund 27 Millionen Schweinen in Deutschland sind knapp zwei Drittel Aufzucht- und Mastschweine (Tiere mit einem Lebendgewicht von mehr als 20 kg).


92 % der Schweine werden auf Vollspalten- bzw. Teilspaltenboden gehalten. Auf diese beiden Haltungsverfahren verteilen sich also die meisten Stallplätze in der konventionellen Schweinehaltung.

Ein guter Teil der Betriebe gab bei der Landwirtschaftszählung 2010 an, mehr als ein Haltungsverfahren zu praktizieren. Während die meisten Betriebe ihre Schweine auf Vollspalten- bzw. Teilspaltenboden halten, betreiben nur wenige Betriebe Schweinemast in Freilandhaltung. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Ökobetriebe.

Typischer Produktionsablauf in der konventionellen Haltung

  • Vom Absetzen (Trennung der Ferkel von den Muttersauen) bis zur 4. Trächtigkeitswoche werden die Sauen in der Regel in Einzelbuchten gehalten.
  • Von der 4. Trächtigkeitswoche bis eine Woche vor der Geburt der Ferkel ist es seit 2012 vorgeschrieben, dass Sauen in Gruppen gehalten werden. Die Gruppengröße liegt bei ca. 60 Sauen.
  • Danach und während der Säugezeit werden die Sauen mit den Ferkeln in Abferkelbuchten gehalten, um ein Erdrücken der Ferkel durch die Sauen zu vermeiden. Das Absetzen erfolgt nach etwa drei bis vier Wochen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Ferkel ca. 7 bis 8 kg schwer.
  • Nach dem Absetzen folgt die sechs- bis siebenwöchige Aufzuchtphase, die meist auf Plastikspaltenboden erfolgt. Das durchschnittliche Gewicht der Tiere liegt gegen Ende dieser Phase bei 27 bis 30 kg.
  • Die 14- bis 16-wöchige Ausmast findet dann in der Regel auf Betonvollspaltenboden statt. Die Tiere erreichen ein durchschnittliches Endgewicht von ca. 120 kg.

Regionale Verteilung

Regionale Verteilung der Mastschweine 2010. (© Thünen-Institut/Statistisches Bundesamt)

Die Tierkonzentration bemisst sich in Großvieheinheiten (GV) je Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF). Eine Großvieheinheit entspricht sechs bis zehn Mastschweinen. Daran gemessen liegen die Hochburgen der Schweinemast in Deutschland im westlichen Niedersachsen und nördlichen Nordrhein-Westfalen. Spitzenreiter im Jahr 2010 waren die Kreise Vechta, Cloppenburg und Coesfeld.