Konventionelle Legehennenhaltung

Hintergrund

Die Legehennenhaltung hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Seit dem Verbot der Käfighaltung zum 1. Januar 2010 erfolgt die Eiererzeugung in Deutschland nur noch in Kleingruppen-, Boden-  und Freilandhaltung sowie in ökologischer Erzeugung.


In Betrieben mit mindestens 3000 Hennenhaltungsplätzen werden in Deutschland insgesamt rund 41 Millionen Legehennen gehalten (Destatis 2018). Die Bodenhaltung ist die dominierende Haltungsform. Wegen der starken Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels nach Eiern aus Bodenhaltung haben deutsche Landwirte insbesondere in diese Haltungsform investiert.

Nach der EU-Eiervermarktungsnorm umfasst die Bodenhaltung sowohl Haltungsverfahren mit Bodenhaltung im engeren Sinne, in denen Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen auf nur einer Ebene angeboten werden, als auch Volierenhaltungen. Die Haltungseinrichtungen dürfen bei Volierenhaltungen auf bis zu vier Ebenen übereinander angeordnet sein. Insgesamt ist die Legehennenzahl in einer Gruppe auf höchstens 6000 Legehennen begrenzt.

Die Bedeutung der Freilandhaltung wuchs auf knapp 18 Prozent der Haltungsplätze. Auch die ökologische Erzeugung wurde ausgebaut. Gut 10 Prozent aller Haltungsplätze entfallen auf diese Haltungsform (MEG-Marktbilanz Eier und Geflügel, 2018).

Zurückgefahren wurde die Kleingruppenhaltung, ihr Anteil betrug im Jahr 2016 noch rund 9 Prozent (MEG-Marktbilanz Eier und Geflügel, 2018). Absatz finden die Eier aus der Kleingruppenhaltung hauptsächlich in der Industrie für Eiprodukte. Insgesamt setzt sich damit der Strukturwandel, der seit dem Verbot der traditionellen Käfighaltung Ende 2009 einsetzte, weiter fort.

Die unterschiedlichen Haltungssysteme müssen unterschiedliche Anforderungen erfüllen:

Kleingruppenhaltung

Besatzdichtemax. 12 Tiere pro m2
Herdengröße je Einheit 30 bis 60 Tiere pro Abteil
Sitzstangenlänge 2 Reihen von Sitzstangen unterschiedlicher Höhe,
mind. 15 cm pro Tier
Nesterfür bis zu 10 Legehennen ein Gruppennest von 9 m2; übersteigt die Gruppengröße 30 Tiere, ist für jedes weitere Tier das Gruppennest um jeweils 0,9 m2 zu vergrößern
Einstreumaterialmit Substrat versehenes Staubbad
Scharrfläche9 m2 Einstreubereich pro 10 Hennen zum Scharren und Picken
Auslaufflächekein Auslauf
Beleuchtungkünstliches Licht (z.B. Leuchtstoffröhren)

Bodenhaltung und Volierenhaltung

Besatzdichte9 Hennen pro m2 nutzbare Fläche bzw. in Volieren 18 Hennen pro m2 Stallgrundfläche
Herdengröße je Einheit max. 6.000 Tiere
Sitzstangenlänge mind. 15 cm pro Tier
Nestermax. 7 Hennen pro Einzelnest (mind. 35 cm x 25 cm);
max. 120 Hennen pro m2 im Gruppennest (mind. 30 cm tief)
Einstreumaterial Sand, Stroh oder andere natürliche Materialien
Scharrfläche ein Drittel der Stallgrundfläche, mind. 2,5 m2 je Henne
Auslauffläche optional
Beleuchtung mind. 3 % der Stallgrundfläche als Lichtöffnungen; mind. 8 Stunden ununterbrochene Dunkelphase

Freilandhaltung

Besatzdichte 9 Hennen pro m2 nutzbare Fläche
Herdengröße je Einheit max. 6.000 Tiere
Sitzstangenlängemind. 15 cm pro Tier
Nestermax. 7 Hennen pro Einzelnest (mind. 35 cm x 25 cm);
max. 120 Hennen pro m2 im Gruppennest (mind. 30 cm tief)
Einstreumaterial Sand, Stroh oder andere natürliche Materialien
Scharrfläche ein Drittel der Stallgrundfläche, 2,5 m2 je Henne
Auslauffläche 4 m2 pro Henne in unmittelbarer Umgebung des Stalles
Beleuchtung mind. 3 % der Stallgrundfläche als Lichtöffnungen

Die Geflügelhaltung ist in Deutschland regional stark konzentriert. Die Legehennendichte ist im Nordwesten Deutschlands am höchsten, punktuelle regionale Zentren zeigen sich aber auch im Nordosten.

Regionale Verteilung der Legehennen 2010. (© Thünen-Institut/Statistisches Bundesamt)