Bioaerosole: Kleine Sache, große Wirkung

Hintergrund

10.000-fach vergrößerte Bioaerosolpartikel aus einem Legehennenstall: Deutlich zu erkennen sind Federfragmente (gelb), Einstreu- und Kotreste (braun) und Bakterien (rosa).
10.000-fach vergrößerte Bioaerosolpartikel aus einem Legehennenstall: Deutlich zu erkennen sind Federfragmente (gelb), Einstreu- und Kotreste (braun) und Bakterien (rosa). (© Thünen-Institut)

Während wir an der frischen Luft mit einem Atemzug lediglich einige wenige Bakterien einatmen, können es in großen Tierställen Millionen sein. Luftgetragene Bakterien sind aber nur ein kleiner Teil der sogenannten Bioaerosole. Diese bestehen aus einer komplexen Mischung verschiedener biologischer Komponenten, angefangen von einfachen organischen Molekülen mit Abmessungen im Nanometerbereich über Viren, Bakterien und Pilzsporen bis hin zu Pollen von 0,1 Millimeter Durchmesser sowie Tier- und Pflanzenresten unterschiedlicher Größe.

Dieser "biologische Staub" bildet meist größere Aggregate, in denen auch Geruchsstoffe oder Ammoniak gebunden sein können. Daher betrachten wir die Emissionen von Bioaerosolen immer "ganzheitlich" zusammen mit Staub, Ammoniak und Gerüchen.

Alte Aufzeichnungen aus dem antiken Ägypten oder dem mittelalterlichen Europa belegen ein frühes Wissen darüber, dass Bioaerosole die Atemwegsgesundheit von Tieren im Stall und den dort arbeitenden Menschen beeinträchtigen können. Zum Beispiel empfahl Olaus Magnus, Erzbischof von Uppsala, im Jahr 1555 den Landwirten, die Kehle mit Bier zu reinigen.

Über die Abluft gelangen die Bioaerosole auch nach außen und in die nahe Umgebung. Besonders bei Anlagen  mit zehntausenden Tieren könnten diese Emissionen im nahen Umfeld der Ställe zu gesundheitlichen Problemen führen. Es gibt allerdings noch keine hinreichenden Belege, dass Anwohner gefährdet sind, dafür aber noch viele offenen Fragen, denen sich das Institut für Agrartechnologie auch zukünftig widmen wird.