Emissionen – mehr als nur Gestank

Dossier

Gülleausbringung per Schleppschlauch
Gülleausbringung per Schleppschlauch: Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist die wichtigste Ursache von Ammoniakemissionen in Deutschland. (© aid infodienst/P. Meyer)

Wenn falsch betriebene Stallanlagen oder unsachgemäß ausgebrachte Gülle sprichwörtlich zum Himmel stinken, reagieren Anwohner häufig alarmiert. Geruchsbelästigungen sind aber nur ein Teil des Problems. 


Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist die wichtigste Ursache von Ammoniak-Emissionen in Deutschland. Ammoniak (NH3) ist ein Gas, das sich aus Harnstoff bildet, der über Harn und Kot der Tiere ausgeschieden wird. Die Emissionen treten entlang der gesamten Wirtschaftsdüngerkette auf: aus den Stallanlagen, den Gülle- und Mistlagerplätzen sowie auf Feldern und Wiesen, auf denen Wirtschaftsdünger ausgebracht wurde. 

Die Tierhaltung ist auch der größte Emittent des Treibhausgases Methan (CH4) in Deutschland. Die Emissionen stammen in erster Linie aus der Verdauung der Wiederkäuer. Auch die Lagerung von Tierexkrementen unter sauerstofffreien Bedingungen, zum Beispiel im Güllelager, fördert Methan-Emissionen. Indem Landwirte Gülle und Mist in Biogasanlagen verwerten, kann die Methanbildung gezielt im Sinne des Klimaschutzes für die Energieerzeugung genutzt werden.

In der Öffentlichkeit diskutiert werden immer stärker auch Emissionen von Bioaerosolen. Insbesondere luftgetragene Mikroorganismen wie Bakterien oder Schimmelpilze aus Stallanlagen stehen in Verdacht, die menschliche Gesundheit zu beeinträchtigen. Hier ist die Wissenschaft gefordert, denn das Gefährdungspotenzial für den Menschen ist bisher nur unzureichend erforscht.

Das Thünen-Institut für Agrarklimaschutz berichtet im Rahmen internationaler Verpflichtung zum Klimaschutz und der Luftreinhaltung jährlich unter anderem über die Höhe der Methan- und Ammoniakemissionen aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung in Deutschland. Das Thünen-Institut für Agrartechnologie untersucht und bewertet technische Verfahren und betriebliche Maßnahmen zur Minderung der Emissionen von Ammoniak, Treibhausgasen,  Gerüchen und Bioaerosolen und entwickelt innovative Techniken für die Erfassung von Bioaerosolen.