Aktuelles aus BEPASO

Infosplitter

Im Verbundprojekt BEPASO entwickeln Experten Zukunftsszenarien und Transformationspfade hin zu einer Bioökonomie 2050. Informieren Sie sich hier über den aktuellen Stand der Szenarienentwicklung für eine zukunftsfähige Bioökonomie.

Die Experten treffen sich drei Mal während der Projektlaufzeit, um die Szenarien anzupassen und zu verfeinern. Dieser Prozess wird von Wissenschaftlern begleitet und mit Ergebnissen aus den verschiedenen Disziplinen gefüttert. Das bedeutet konkret, dass die Szenarien zusätzlich mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft sowie mit der Gesellschaft diskutiert werden. Außerdem nutzt eine Gruppe von Wissenschaftlern die Informationen aus den Szenarien, um deren Auswirkungen zu modellieren. Die Ergebnisse werden in die Szenarienentwicklung durch die Experten eingespeist – so entsteht ein Prozess der Rückkopplung, der die Besonderheit dieses Projekts ausmacht. Das Verfahren basiert auf dem „Story and Simualtion“-Ansatz von Joseph Alcamo.

++16.1.2020++ BEPASO-Abschlussveranstaltung in Berlin

Nach dreijähriger Forschungsarbeit zum Thema Bioökonomie und Gesellschaft hat das BEPASO-Team am 16. Januar 2020 auf einem Abschluss-Workshop im Bundesforschungsministerium in Berlin seine Ergebnisse präsentiert. Eine wesentliche Erkenntnis: Die Auswirkungen auf alle Lebensbereiche, die durch die Umgestaltung zu einer biobasierten Wirtschaft wahrscheinlich entstehen werden, müssen klar kommuniziert werden.

Die Öffentlichkeit ist mehrheitlich bereit, den Weg in eine nachhaltige(re) und biobasierte Welt zu beschreiten. Dies ist die Basis für einen offenen Dialog über die Bedingungen und den Mehrwert einer solchen Transformation. Die Politik steht vor der Herausforderung, die Bioökonomie durch politische Maßnahmen weiter zu stärken und gleichzeitig soziale Ungleichheiten zu minimieren.

++ 4.-13.11.2019 ++ Zweite Online-Befragung

In der zweiten Repräsentativbefragung haben die Verbraucher die drei Bioökonomie-Szenarien in ihrer Gesamtheit bewertet. Knapp 1.500 Personen nahmen deutschlandweit an der Online-Befragung teil.

Die Szenarien wurden mit Hilfe von interaktivem Bildmaterial dargestellt, so dass die Verbraucher die Inhalte spielerisch „erforschen“ konnten. Die Verbraucher berichteten, was ihnen an den Szenarien akzeptabel erscheint und was nicht. Darüber hinaus bewerteten sie die Zukunftsvisionen anhand verschiedener Kriterien wie z.B. der in den verschiedenen Szenarien erwarteten Lebenszufriedenheit.

Die Ergebnisse der Befragung dienen dazu, jene Prämissen zu formulieren, die aus Sicht der Be-völkerung für den Weg in eine biobasierte Zukunft unabdingbar sind. Wichtig ist zum Beispiel eine gleichmäßige soziale Entwicklung der Gesellschaft in Deutschland und auf der Welt. Nur so könne die Bioökonomie nicht nur für einige wenige, sondern für alle als Grundlage einer nachhaltige(re)n Zukunft aufgebaut werden.

++ 22.-24.7.2019 ++ Experten finalisieren Storylines

Die Expertengruppe traf sich im Juli zum dritten Mal, um die qualitativen Storylines der Bioökonomie-Szenarien fertigzustellen. Das Team der Modellierung stellte hierfür quantitative Modellergebnisse vor.

In den gemeinsamen Diskussionen stellte sich heraus, dass der im Szenario Bioökonomie-Revolution angenommene Innovationssprung bislang unzureichend in den Modellen abgebildet ist. Durch diesen Innovationssprung kann die Entkopplung der Biomasseproduktion von der Fläche erreicht und somit eine vollständige Transformation zu einer Bioökonomie vollzogen werden. Für die Quantifizierung des Revolutions-Szenarios ist es erforderlich, Schlüsselfaktoren in den Modellen so zu ändern, damit der Innovationssprung besser abgebildet werden kann.

Darüber hinaus wurde beschlossen, zwei der drei Bioökonomie-Szenarien umzubenennen: Aus der Bioökonomie-Revolution wird eine Bioökonomie-Wende. Aus dem Baustein Bioökonomie werden Bioökonomie-Inseln. Diese Namen umschreiben die Ausgestaltung der Szenarien konkreter als die vorherigen Arbeitstitel.

++27.2.-17.4.2019++ Fokusgruppen mit Verbrauchern

Von Februar bis April 2019 haben Wissenschaftlerinnen des Thünen-Instituts für Marktanalyse erneut Fokusgruppendiskussionen in Stuttgart, Hamburg, Leipzig, Köln und Braunschweig moderiert. Während bei den Diskussionen im Jahr 2017 einzelne Aspekte der Szenarien unabhängig voneinander diskutiert wurden, haben 46 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diesmal das Szenario „Bioökonomie am Tropf“ und „Revolution“ in ihrer Gesamtheit besprochen.

So konnten die Verbraucher besser mitdenken, wie die einzelnen Elemente in den Szenarien einander bedingen. Werden zum Beispiel weniger tierische Lebensmittel konsumiert, werden zusätzliche Ackerflächen gewonnen. Anstelle von Futtermitteln können diese Flächen für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für eine biobasierte Wirtschaft genutzt werden. So werden fossile Rohstoffe eingespart und klimaschädliche Emissionen reduziert.

Die Diskussionsergebnisse dienen als Input für die weitere Szenarienentwicklung. Ebenfalls sind sie Grundlage für die Gestaltung der zweiten Repräsentativbefragung

++24.1.2019++ Wie die Bioökonomie-Szenarien wirken

Den drei verschiedenen Bioökonomie-Szenarien liegen verschiedene Beschreibungen (sogenannte Storylines) zugrunde.

So wird im Szenario „Bioökonomie am Tropf“ Biomasse weiterhin kaum als Rohstoff in der Industrie, sondern hauptsächlich für Ernährungszwecke und insbesondere als Futtermittel zur Erzeugung tierischer Lebensmittel verwendet. Hingegen wächst der Bedarf an Biomasse für Nichternährungszwecke in den beiden anderen Szenarien stark an. Im Szenario „Baustein Bioökonomie“ wird die Biomasse hauptsächlich energetisch genutzt. Im Szenario „Revolution“ dagegen größtenteils stofflich zur Herstellung von vielen Industrie- und Alltagsprodukten. Der Biomassebedarf für Futtermittel geht in diesem Szenario stark zurück, weil weniger Fleisch und andere tierische Lebensmittel konsumiert werden.

Diese und weitere Annahmen über die Modelle MAGNET, GFPM, LandSHIFT und BESNIM quantitativ abzubilden und ihre Wirkung abzuschätzen, ist ein wesentlicher Bestandteil des Projekts BEPASO. Auf dem Arbeitstreffen des Teams zur Modellierung wurde diskutiert, wie die einzelnen qualitativen Beschreibungen in die Modelle übersetzt werden können. Auch wurden Fragen zur Kopplung der vier Modelle geklärt.

Die Modellergebnisse machen die quantitativen Auswirkungen auf Wirtschaft und Umwelt in den drei verschiedenen Szenarien deutlich und sind wichtiger Input für das dritte Treffen der Expertengruppe im Juli 2019.

++26.11.2018++ Zweiter Stakeholder-Workshop

In einem zweiten Workshop in Köln haben die Stakeholder die Szenarien auf ihre Auswirkungen, Plausibilität und gesellschaftliche Akzeptanz hin diskutiert. Kurz zusammengefasst lautet das Feedback der Stakeholder für die Szenarienentwicklung: Die im Szenario „Revolution“ verfolgten Suffizienzstrategien müssen sozial gerecht gestaltet werden. Das Szenario „Bioökonomie am Tropf“ ist zu optimistisch angelegt.

++22.10.-24.10.2018++ Weiterentwicklung der Szenarien

Ende Oktober 2018 hat sich die Expertengruppe, die für die Szenarienentwicklung in BEPASO zuständig ist, in leicht veränderter Besetzung erneut getroffen. Dabei wurden die Szenarien besprochen, die das Team auf Basis des letzten Treffens entwickelt hat.

Dieses Mal war die Ausgestaltung der Szenarien nicht so offen wie beim ersten Mal, da Inhalte konkretisiert und offene Fragen geklärt werden mussten. Die am Projekt beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen die Szenarien als Grundlage für die Modellierung einer Bioökonomie 2050.

++04.07.-13.07.2018++ Repräsentative Onlinebefragung

Im Sommer 2018 haben Wissenschaftlerinnen des Thünen-Instituts eine Onlinebefragung zu verschiedenen Aspekten einer biobasierten Wirtschaft durchgeführt. Es haben deutschlandweit etwas mehr als 1.000 Personen teilgenommen.

Inhaltlich ging es um die Einschätzung von ressourcensparenden Handlungsoptionen und die Beurteilung von Zielkonflikten bei der Umstellung von einer fossil- zu einer biobasierten Wirtschaftsweise. Außerdem wurden die Teilnehmer befragt, wie sie staatliche Maßnahmen bewerten und welche Akteure sie für die Gestaltung der Bioökonomie in der Verantwortung sehen.

Ein weiterer Bestandteil der Befragung war die Quantifizierung jener
Meinungsbilder, die in der Q-Studie identifiziert wurden. Auf diese Weise konnten Unterschiede zwischen den Meinungsbildern bezüglich soziodemografischer Daten, aber auch inhaltlicher Fragen ermittelt werden.

++23.05.2018++ Erste Simulationsergebnisse

Seitdem die ersten qualitativen Beschreibungen der Szenarien vorliegen, arbeitet das Modellierer-Team an deren Umsetzung in den vier Modellen MAGNET, GFPM, LandSHIFT und BENSIM. Jedes Modell hat einen besonderen Fokus und kann bestimmte in den Szenarien formulierte Entwicklungen entsprechend detailliert abbilden.

Um konsistente Ergebnisse zu erzielen, wird die Umsetzung dieser Entwicklungen zwischen den Modellierern stets abgestimmt. Auf dem Verbundtreffen am 23. Mai 2018 haben die Wissenschaftler ihre ersten Simulationsergebnisse präsentiert. Der Schwerpunkt der ersten Berechnungen liegt darauf, die Entwicklung von Bruttoinlandsprodukt und Bevölkerung bis 2050 in den einzelnen Modellen abzubilden.

++17.11.2017++ Erster Stakeholder-Workshop

Die Stakeholder-Workshops sind Teil des mehrstufigen, interaktiven Prozesses im
BEPASO-Projekt. Die Zukunftsszenarien, die das Expertengremium entwickelt hat, werden hier auf Plausibilität, Differenziertheit und Robustheit hin untersucht.

Dafür wurden im ersten Stakeholder-Workshop Parameter, die in den Szenarien eine wichtige Rolle spielen – z.B. Bevölkerungswachstum, Fleischkonsum, Energieverbrauch, von Akteuren aus dem Bioökonomie-Sektor diskutiert. Fazit der Diskussion war, dass die Szenarien insgesamt und besonders das Szenario „Revolution“ von den Teilnehmern als nicht visionär und nicht positiv genug eingeschätzt wurden. Auf Basis dieser Erkenntnisse wird das Szenario „Revolution“ im weiteren Projektverlauf angepasst.

++01.11.2017-23.05.2018++ Im Dialog mit den Akteuren

Im November 2017 haben die Mitarbeiter des nova-Instituts die erste Runde der Delphi-Studie eingeläutet. In der Delphi-Studie schätzen Akteure des Bioökonomie-Sektors – Vertreter aus Industrie, Politik und Wissenschaft – die Relevanz der Faktoren ein, die für die Beschreibung der Szenarien verwendet werden. Insgesamt haben 165 Personen an dieser Befragung teilgenommen.

In einer zweiten Runde von März bis Ende Mai 2018 sollten die Akteure die Faktoren erneut nach Relevanz ordnen, auch jene Faktoren, die nach der ersten Runde ergänzt wurden. Das finale Ranking der Faktoren fließt in die Szenarienentwicklung ein.

++23.10.-13.11.2017++ Diskussionen mit Verbrauchern

Im Oktober und November 2017 haben Wissenschaftlerinnen des Thünen-Instituts für Marktanalyse Fokusgruppendiskussionen in Stuttgart, Hamburg und Leipzig zum Konsumverhalten durchgeführt. Die Teilnehmer konnten in den leitfadengestützten Gesprächsrunden frei diskutieren, der Moderator griff nur ein, wenn sich die Diskussionen in eine falsche Richtung entwickelten.

Inhaltlich ging es um Konsum-Aspekte, die als wichtig für ein nachhaltiges Bioökonomie-Szenario angesehen werden: z.B. bio-basierte Produkte im Alltag, Vermeidung von Abfällen, die Einführung einer App für umweltverträgliches Handeln und die Reduzierung des Fleischkonsums.

Die Ergebnisse der Fokusgruppendiskussionen werden mit denen der Q-Studie verknüpft und fließen in die Szenarienentwicklung ein.

++13.06.2017++ Q-Studie gestartet

Am 13. Juni 2017 ist die Q-Studie gestartet. Die Q-Studie dient der Identifizierung von Meinungsbildern zur Bioökonomie in der Gesellschaft. Die Teilnehmer werden gebeten, 56 Statements, die sich aus einer umfangreichen Literatur- und Onlinemedien-Recherche ergeben haben, auf einem vorgegebenen Raster zu sortieren. Die Analyse dieser sogenannten Q-Sorts erfolgt mittels einer Faktorenanalyse, die aber nicht auf Korrelationen zwischen Variablen, sondern zwischen Personen basiert.

Am Ende ergeben sich daraus drei Meinungsbilder: „Suffizienz und Naturverbundenheit“, „Technologischer Fortschritt“ und „Nicht um jeden Preis“. Die soziodemographische Charakterisierung sowie die repräsentative Verteilung der Meinungsbilder in Deutschland werden durch eine Online-Erhebung 2018 ermittelt. Ergebnisse der Q-Studie werden im Februar 2018 auf einer Tagung vorgestellt.

++29.-31.05.2017++ Szenarien für eine Bioökonomie 2030

Am 29. Mai 2017 hat die Expertengruppe, die die Szenarienentwicklung für BEPASO übernimmt, ihre Arbeit aufgenommen. Die Experten kommen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Umweltverbänden. In einer dreitägigen Sitzung diskutierten sie über mögliche Szenarien einer Bioökonomie 2030 und die notwendigen Transformationswege. Auf Basis der Ergebnisse dieses Treffens formuliert das Center for Environmental Systems Research der Uni Kassel sogenannte Storylines, die die drei Szenarien und ihre Besonderheiten beschreiben und als Grundlage für weitere Projekt-Arbeitsschritte dienen. Da sich die Expertengruppe noch zwei weitere Male treffen wird, um die Szenarien zu verfeinern, sind die Beschreibungen als vorläufige Versionen zu betrachten.

++24.01.2017++ Bepaso-Auftakt in Braunschweig

Am 24. Januar 2017 ist das vom BMBF geförderte Verbundprojekt BEPASO gestartet worden. Den Auftakt bildete ein erstes Treffen aller Partner am Thünen-Institut für Marktanalyse in Braunschweig. Neben den Thünen-Instituten für Marktanalyse und für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie sind das nova-Institut, das Center for Environmental Systems Research der Uni Kassel, das Deutsche Biomasseforschungszentrum und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung beteiligt.

Dieses Treffen diente vor allem dem Austausch über die methodische Vorgehensweise, da die Arbeitsschritte der unterschiedlichen Verbundpartner sehr stark aufeinander aufbauen. Daher ist es für alle Partner wichtig, eine „gemeinsame Sprache“ zu finden, so dass die Ergebnisse der verschiedenen Arbeitsgebiete (Szenarienentwicklung, Modellierung, Dialog mit Stakeholdern, Dialog mit Bürgern) von allen Wissenschaftlern gleichermaßen genutzt werden können.