Agrarholz mit doppelter Dividende

Dossier

Prüfen von jungen Weiden in einer Versuchsparzelle (© Thünen-Institut/FG)

Kurzumtriebsplantagen (KUP), also Anpflanzungen von schnellwachsenden Bäumen, sind eine noch junge Landnutzungsform in der Landwirtschaft. Analysen des Thünen-Instituts haben gezeigt, dass sich das dort erzeugte Holz unter Klimaschutzaspekten effizienter für die Energieerzeugung einsetzen lässt als die meisten anderen Bioenergie-Linien.

In Deutschland ist die Fläche an Kurzumtriebsplantagen in den letzten Jahren stetig angestiegen, für 2013 geht die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) von etwa 10.000 ha kommerziell genutzten Plantagen aus. Die größten KUP-Flächen befinden sich in Brandenburg, Niedersachsen und Bayern. Die dynamische Entwicklung der letzten Jahre ist unter anderem auf das Engagement großer Energieversorgungsunternehmen zurückzuführen, die die Versorgung ihrer Biomasseheizkraftwerke nachhaltig und langfristig zu sichern versuchen.

Zwei Forschungsansätze am Thünen-Institut sollen dazu beitragen, die Stellung von KUP im Wettbewerb weiter zu verbessern. Zum einen wollen wir mithilfe der Forstpflanzenzüchtung das – im Vergleich zu landwirtschaftlichen Pflanzen – große genetische Potenzial der Gehölze nutzbar machen. Zum anderen wollen wir untersuchen, wie man KUP als Strukturelemente so in Agrarlandschaften integrieren kann, dass sie einen besonders wertvollen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten.