Die Ostsee – ein besonderes Ökosystem

Dossier

Die Ostsee ist das größte zusammenhängende Brackwassermeer der Erde. Ihr Salzgehalt ist viel niedriger als der von „echten“ Meeren wie der Nordsee. Trotz dieser für Meeresfische ungewohnten Bedingung haben sich die Fischbestände über Tausende von Jahren an die hydrografischen Besonderheiten der verschiedenen Becken innerhalb der Ostsee angepasst. Marine Fischarten wie Dorsch, Hering und Sprotte bilden die Grundlage für eine ertragreiche Fischerei. Auch Plattfische wie Scholle, Flunder, Kliesche und Steinbutt werden fischereilich genutzt.

Schwankungen im Salzgehalt, zum Beispiel durch unregelmäßige Einstrom-Ereignisse aus der Nordsee, wirken sich direkt auf den Nachwuchs wichtiger Fischbestände aus. Deren Nachwuchssituation muss aber bekannt sein, um brauchbare Bestandsvorhersagen treffen zu können. Wir erforschen daher die Lebenszyklen aller kommerziell wichtigen Fischarten, ihre Interaktionen mit Fischerei und Umwelt, und entwickeln Bestandsmodelle weiter.

Um zum Beispiel die künftige Entwicklung des Heringsbestandes besser vorhersagen zu können, erfassen wir während der Laichsaison wöchentlich die Anzahl der Heringslarven im Greifswalder Bodden bei Rügen, um die Stärke des jeweiligen Nachwuchsjahrganges abzuschätzen. Die Untersuchungen helfen uns, der Politik belastbare Empfehlungen für die jährliche Festlegung der Fangquoten zu geben.