90 Prozent der Holzimporte werden erfasst

Expertise

Die EU-Holzhandelsverordnung soll den Handel von illegal geschlagenem Holz eindämmen. Wie schlagkräftig die Regelung ist, zeigt eine Analyse der Holzimporte in die EU.


Illegaler Holzeinschlag ist eine der großen globalen Ursachen der Entwaldung und der Degradation der Wälder. Der Handel mit illegal geschlagenem Holz und daraus hergestellten Erzeugnissen hat negative soziale und wirtschaftliche Auswirkungen – sowohl in den Erzeuger- als auch in den Verbraucherländern.

Die Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) ist eine wichtige Maßnahme der Europäischen Union (EU) zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags weltweit. Seit 2013 verbietet sie das Inverkehrbringen von Holz oder Holzprodukten aus illegalem Einschlag auf dem EU-Binnenmarkt.  

Die EUTR gilt jedoch nicht für alle Holzprodukte. Im Anhang der EUTR ist genau aufgelistet, für welche Waren die Verordnung gilt. Der Schwerpunkt liegt naturgemäß auf Rohholz und klassischen Holzwaren wie z.B. Schnittholz, Sperrholz oder Bautischler- und Zimmermannsarbeiten, auf Zellstoff aus Holz sowie auf Papier, Pappe und Waren, die daraus hergestellt sind (Übersicht der Europäischen Kommission). Zusätzlich sind die meisten Holzmöbel und vorgefertigte Holzhäuser aufgelistet. Hingegen erfasst die Verordnung bestimmte Produktgruppen wie Sitzmöbel, Bürsten und Pinsel, Werkzeuge, Holzkohle oder Altpapier und Druckerzeugnisse nicht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie viele aller eingeführten Holzprodukte über die Verordnung abgedeckt sind. Welchen Wirkungsgrad erreicht die EUTR tatsächlich?  

Unsere Ergebnisse zeigen, dass etwa 90 % der eingeführten Holzmengen und drei Viertel der importierten Warenwerte durch die EUTR abgedeckt werden. Auf Holzmengen von 17 Mio. m³ (gemessen in Rohholzäquivalenten, bzw. 6 Mio. m³ gemessen in Holzfaseräquivalenten) oder einen Warenwert von fast 8 Milliarden Euro fand die EUTR im Jahr 2013 allerdings keine Anwendung. Dieser Wert verteilt sich nahezu gleichmäßig auf Holz- und Papierprodukte. Betrachtet man allerdings verschiedene Produktgruppen, konnten wir feststellen, dass Rohmaterialien einen höheren Abdeckungsgrad aufzeigen als weiter verarbeitete Produkte oder gar Fertigwaren. Die Holzmengen, die von der EUTR nicht abgedeckt werden, konzentrieren sich auf wenige Güter wie Holzkohle, Altpapier, gedruckte Bücher und Broschüren.