Wildtiere – pro oder contra?

Dossier

Wildtiere sind ein wichtiger und gewünschter Bestandteil unserer Kulturlandschaften. In bestimmten Bereichen können sie aber auch „stören“: Sie verbeißen Bäume, wühlen Äcker um, verursachen Verkehrsunfälle und übertragen Krankheiten. Fragen des Wildtiermanagements werden je nach Interessenlage kontrovers diskutiert.


Durch den Anstieg von Wildtierbeständen wie Schwarzwild, Rehwild und Rotwild in Deutschland und umliegenden Staaten haben sich Nutzungskonflikte verschärft. Neu eingewanderte Tierarten wie Marderhund, Waschbär und Mink beeinflussen die Populationen einheimischer Wildtiere. Die Rückkehr des Wolfes als ursprünglich in Deutschland heimischer, aber zwischenzeitlich ausgerotteter Prädator beunruhigt in den betroffenen Gebieten viele Tierhalter, aber auch Teile der Bevölkerung. 

Wie können Landwirtschaft, Wald und Wild miteinander in Einklang gebracht werden? Wir suchen nach Lösungen für ein Wildtiermanagement, das ein konfliktarmes Nebeneinander von Landnutzung und Wild erlaubt. Dazu ist es zunächst notwendig, die Faktenbasis zu verbessern, etwa durch die Erfassung von Jagdstrecken, Erhebung von Daten zum Vorkommen, zur Dichte und Entwicklung von Wildtierbeständen oder durch neue Methoden, um Wildtiere besser zu managen. So haben wir zum Beispiel mittels satellitengestützter Untersuchungen neue Maßstäbe erarbeitet, um die Ansprüche des Rotwildes an Lebensraum beurteilen zu können.

Auf der Grundlage valider Daten und Fakten ist es möglich, Management-Strategien zu entwickeln und zu beurteilen, die Politik zu beraten und Material für die Berichterstattung im Rahmen internationaler Artenschutz-Abkommen bereitzustellen.