Kusterdingen

Portrait

Vom agrarstrukturellen Wandel …

Die traditionell kleinbäuerlich-hausgewerbliche Landwirtschaft veränderte sich ausgehend von der Stadt Reutlingen und seinem Textilgewerbe und durch den Anschluss der Region an das Eisenbahnnetz  grundlegend. Im Zuge dessen stieg nach vorhergehenden Abwanderungen die Dorfbevölkerung auf 1.789 Menschen (1950) an. Dazu entstanden schon früh neben dem alten Ortskern neue Dorfteile. Gleichwohl verfügten 80 Prozent der Haushalte 1952 über eigenes bzw. selbst genutztes Land. Im gleichen Jahr beschäftigten bereits drei Betriebe der Textilindustrie rund 100 Arbeitskräfte – darunter 75 Prozent Frauen. Daneben hatte eine große Anzahl von Handwerksbetrieben und Einzelhandelsgeschäften hier ihren Sitz.

… zum prosperierenden Wohn- und Gewerbestandort

Die in die regionalen Prozesse eingebettete Entwicklung führte bedingt durch Erwerbsalternativen außerhalb der Landwirtschaft zum Rückgang landwirtschaftlicher Betriebe. Von 162 Betrieben 1949 sind 2013 noch zwei landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe und sechs Nebenerwerbsbetriebe übrig geblieben. Reste des im 19. Jahrhundert entstandenen Obstbaus prägen noch heute Teile der Gemarkung. Die Fortsetzung der gewerblich-industriellen Entwicklung mündete unter anderem in der Ausweisung eines großen Gewerbegebietes der Gemeinde Kusterdingen zusammen mit der Stadt Reutlingen und in der Ansiedlung des „Technologiepark Tübingen Reutlingen“ im Jahr 2009. In diesem Gemeindegrenzen überschreitenden Gebiet sind inzwischen rund 6.000 Arbeitsplätze entstanden.  

Auf einen Blick
Hauptort der gleichnamigen Gemeinde in Baden-Württemberg, Sitz der Gemeindeverwaltung
3.523 Einwohner (Stand 2013)
Gymnasium, Gemeindepflegehaus, betreutes Wohnen, medizinisches Dienstleistungszentrum, Sporthalle, Bürger- und Kulturzentrum, Supermarkt