Freienseen

Portrait

Vom Arbeiter-Bauern-Dorf …

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Haupteinkommensquelle der Einwohner das Weben von Leinen. Nur jeder zehnte Haushaltsvorstand galt als Ackerbauer. Die hauswirtschaftlich-handwerkliche Leinenproduktion erlag in der sich entwickelnden Industrialisierung schnell dem Wettbewerbsdruck der Industrieprodukte. Verarmung und teils gänzlicher Verlust der Haupteinkommensquellen führten zu Abwanderungen. Die landwirtschaftlichen Betriebsgrößen in diesem von der Erbsitte der Realteilung geprägten Dorf bedurften in hohem Maße außerlandwirtschaftlicher Zusatzeinkommen.

… zur Pendlergemeinde

Heute wirtschaften in Freienseen noch neun landwirtschaftliche Betriebe, davon zwei im Haupterwerb. Der Ort bietet zudem Arbeitsplätze in Handwerk, Einzelhandel, in einem Heimwerkermarkt oder in der örtlichen Grundschule, doch das Gros der Erwerbstätigen pendelt zur Arbeit aus. Diese Situation ähnelt der der Stadt Laubach insgesamt. Ein Zuzugsmotiv und ein Alleinstellungsmerkmal ist die Infrastrukturentwicklung des Dorfes, die vom freiwilligen Engagement der Einwohner getragen ist. Im Zuge dessen ist wieder eine Grundschule im Ort entstanden. Die Infrastruktur wird durch die im Bau befindliche Dorfschmiede ergänzt, die Möglichkeiten der Tagesbetreuung und -pflege sowie für betreutes Wohnen, Nahversorgungseinrichtung und eine ärztliche Versorgung schaffen soll.

Auf einen Blick
Ortsteil der Stadt Laubach in Hessen
794 Einwohner (Stand 2013)
Grundschule, Kindergarten und -krippe, Mehrgenerationenhaus, "Dorfschmiede" als multifunktionales Zentrum der Begegnung