Flüchtlinge aufs Land? Indikatoren-Mix gibt Hilfestellung

Expertise

Gegenwärtig erfolgt die Verteilung von Flüchtlingen in Deutschland auf die Bundesländer auf Grundlage des Königssteiner Schlüssels. Hierbei findet die Einwohnerzahl und die Wirtschaftskraft gemessen am Steueraufkommen im Verhältnis 1/3 zu 2/3 Berücksichtigung. Die weitere regionale Verteilung durch die Länder auf die Landkreise und kreisfreien Städte erfolgt nach landesspezifischen Quotierungsverfahren, bei denen zumeist die Einwohnerzahl neben der Fläche und teilweise auch der Ausländeranteil einfließen. Aber sind diese Verteilungsverfahren optimal?

Die im Folgenden dargestellten Karten aus dem Thünen Working Paper 59 leisten zu dieser Diskussion einen Beitrag. Sie erfassen die Integrationspotenziale der Landkreise in Deutschland über Indikatoren aus sieben integrationsrelevanten Bereichen. Insbesondere die Perspektiven der ländlichen Räume werden berücksichtigt. Mit den hier vorgestellten Indikatoren werden die sieben Bereiche Arbeitsmarkt, Wohlstand, Wohnungsmarkt, Demographischer Handlungsbedarf und Daseinsvorsorge, Zentralität und Erreichbarkeit, Reaktionen aus der Gesellschaft auf die Flüchtlingskrise sowie Bestehender Integrationsbedarf erfasst. Die einzelnen Indikatoren sind in Karten dargestellt. Dazu werden die Indikatoren erläutert und Interpretationshinweise zu den Karten gegeben.

Die Autoren haben ganz bewusst davon Abstand genommen, diese vorgestellten Indikatoren zu einem zusammenfassenden Integrationsindex zu verdichten, weil wichtige Voraussetzungen hierfür nicht gegeben sind. Insbesondere war das Problem der Gewichtung der Indices nicht zufriedenstellend zu lösen. Mit einer einzigen zusammenfassenden Karte der Integrationspotenziale der Landkreise würden Gewissheiten suggeriert, die dem jetzigen Stand des Wissens nicht entsprechen.

Karten