Förderprogramme zur ländlichen Entwicklung

Dossier

Tafel im Grünen, die ein von der EU gefördertes LEADER-Projekt beschreibt.

Ländliche Räume werden in unterschiedlicher Weise durch die Politik unterstützt – zum Beispiel mit Förderprogrammen. Der bedeutendste Förderansatz sind die Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum, an deren Zielsetzung, Ausgestaltung und Finanzierung die Länder, der Bund und die EU mitwirken. Aber auch Modellprojekte helfen, neue Instrumente der Regionalentwicklung zu erproben.

Die Entwicklungsprogramme und Modellprojekte sind inhaltlich breit angelegt und zielen vorrangig darauf ab, Wirtschaftskraft und Lebensqualität in ländlichen Regionen zu verbessern. Insbesondere die Entwicklungsprogramme müssen evaluiert werden – und zwar von unabhängigen Einrichtungen. So sehen es die Regeln vor, wenn die EU mitfinanziert. In Bezug auf die Evaluierung ländlicher Entwicklungsprogramme hat das Thünen-Institut in Deutschland seit vielen Jahren eine führende Rolle inne. Für die Förderperiode 2007 bis 2014 evaluieren wir die Entwicklungsprogramme der Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen.

Welche Effekte haben Förderprogramme?

Eine Evaluierung beurteilt, ob die öffentlichen Mittel effektiv und effizient eingesetzt werden. Wir gehen von den Zielen aus, die die Programme und Maßnahmen sich gesetzt haben. Zunächst überprüfen wir, ob diese Ziele erreicht worden sind, und überlegen, ob man sie nicht auch anders oder mit weniger Mitteln besser hätte erreichen können. Dazu gehört, die Begründungen und Ziele staatlicher Interventionen immer wieder kritisch zu hinterfragen: Worin liegen die Probleme, die angegangen werden sollen? Können die gewählten Maßnahmen einen Beitrag zur Problemlösung leisten? Welche Förderungen in dem Bereich gibt es sonst noch? Darüber hinaus sollen Evaluierungen die Maßnahmen von Programmen verbessern helfen. Mit unserem Wissen über die Zusammenhänge und Wirkungen ländlicher Entwicklungsmaßnahmen können wir  wissenschaftlich basierte Empfehlungen zur Ausgestaltung von Politikmaßnahmen ableiten.

Die Förderung der Dorferneuerung zielt beispielsweise auf eine umfassende Entwicklung von Dörfern ab. In der Evaluierung konnten wir aufzeigen, dass bei ihrer Umsetzung die Problematik des demographischen Wandels zu wenig Beachtung fand. Die erstellten Dorfentwicklungspläne nahmen darauf  kaum Bezug. Mittlerweile sind die Vorgaben auf Bundesebene soweit geändert, dass eine Auseinandersetzung mit den Folgen des demographischen Wandels zwingend erforderlich ist.   

Vom Einzelfall zur allgemeinen Anwendung

Die Modellprojekte zielen darauf ab, innovative Förderinstrumente zu erproben und deren Eignung für die Regelförderung abzuschätzen. Daher wird das Thünen-Institut mit der wissenschaftlichen Begleitforschung von Modellvorhaben, zum Beispiel von LandZukunft, beauftragt. Die Begleitforschung zielt darauf ab, die Faktoren zu identifizieren, die entscheidend für das Gelingen oder Misslingen ländlicher Entwicklungsprozesse sind. Sie möchte damit die Wirkungsweise von Förderansätzen besser verstehen und die Voraussetzungen für die Übertragung erfolgreicher neuer Ansätze auf andere Regionen beurteilen.